Oracle hat ein neues Partnerschaftsabkommen mit dem US-Telekommunikationsanbieter Lightpath geschlossen. Das Unternehmen setzt dabei auf mehrere Cloud-Produkte gleichzeitig — ein Zeichen dafür, wie breit Oracle seine Plattform inzwischen vermarktet.
Lightpath setzt auf Oracle-Cloud-Paket
Lightpath betreibt ein reines Glasfasernetz in großen US-Metropolregionen. Künftig nutzt das Unternehmen Oracle Cloud Scale Billing für Abrechnung und Monetarisierung. Hinzu kommen Oracle Fusion Cloud Applications für Finanzen und Supply Chain sowie Oracle Unified Assurance für Echtzeit-Überwachung des Netzbetriebs. Das Ziel: schnellere Markteinführung neuer Dienste und weniger manuelle Prozesse im Betrieb.
Oracle Unified Assurance setzt dabei auf maschinelles Lernen. Es soll Störungen erkennen, bevor sie Kunden treffen. Für Lightpath ist das ein struktureller Umbau der Kernprozesse — kein Add-on.
Rekorderlöse, aber Kurs unter Druck
Der Deal kommt kurz nach Oracles Zahlen für das Geschäftsjahr 2026. Der Konzern meldete einen Gesamtumsatz von 67,4 Milliarden Dollar — ein Plus von 17 Prozent. Cloud-Erlöse kletterten um 39 Prozent auf 34,0 Milliarden Dollar. Besonders stark wuchs die Infrastruktursparte: IaaS-Umsätze stiegen um 77 Prozent auf 18,1 Milliarden Dollar. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen — also fest gebuchte künftige Umsätze — lagen zum Quartalsende bei 638 Milliarden Dollar.
Trotzdem steht die Aktie unter Druck. Mit 163,52 Euro notiert sie rund 42 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom September 2025. Auf Jahressicht liegt das Minus bei knapp zehn Prozent. Immerhin: Gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt hält sich der Kurs knapp im Plus, und auf Monatssicht steht ein Zuwachs von gut zwei Prozent.
KI-Nachfrage als Wachstumstreiber
Oracle positioniert sich zunehmend als Infrastrukturplattform für KI-Workloads. Die starken IaaS-Zahlen spiegeln das wider. Partnerschaften wie die mit Lightpath zeigen, dass Oracle dabei nicht nur auf Hyperscaler-Kunden zielt, sondern auch auf mittelgroße Telekommunikationsanbieter mit komplexen Abrechnungsanforderungen.
Die nächste Bewährungsprobe für den Kurs liefern die Quartalszahlen für Q1 des Geschäftsjahres 2027 — voraussichtlich im September 2026. Dann wird sich zeigen, ob das Wachstumstempo bei Cloud-Infrastruktur anhält.
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