Oracle: The Barn mit über Gigawatt Power

Oracle finanziert den Bau eines Gigawatt-KI-Rechenzentrums mit einem 16-Milliarden-Dollar-Paket aus Eigen- und Fremdkapital.

Oracle Aktie
Kurz & knapp:
  • Finanzierung für „The Barn“ abgeschlossen
  • PIMCO übernimmt Großteil der Anleihen
  • Institutionelle Investoren stocken Oracle-Aktien auf
  • KI-Auftragsbestand steigt auf 553 Milliarden Dollar

Ein Rechenzentrum so groß wie eine Kleinstadt, finanziert mit einer der komplexesten Kapitalstrukturen der US-Infrastrukturgeschichte — Oracle setzt seinen KI-Expansionskurs mit Nachdruck fort.

„The Barn“: Ein Gigawatt für KI-Workloads

Im Saline Township nahe Ann Arbor, Michigan, entsteht derzeit einer der größten KI-Datencenter-Komplexe der USA. Das Projekt trägt den Namen „The Barn“ und umfasst drei einstöckige Gebäude mit insgesamt 1,65 Millionen Quadratfuß Fläche. Die Gesamtkapazität soll einen Gigawatt überschreiten — dimensioniert für Oracles Cloud-Infrastruktur und die laufende Zusammenarbeit mit OpenAI.

Die Finanzierung des Projekts ist nun offiziell abgeschlossen. Das 16-Milliarden-Dollar-Paket setzt sich aus rund 2 Milliarden Dollar Eigenkapital von Related Digital und Blackstone-nahen Fonds sowie 14 Milliarden Dollar langfristiger Fremdfinanzierung zusammen. Den Löwenanteil der Anleihen — rund 10 Milliarden Dollar — übernahm PIMCO. Die Papiere wurden als 144A-Privatplatzierung strukturiert, laufen bis 2045 und tragen einen Kupon von 7,5 Prozent. Bank of America fungierte als federführender Strukturierungsberater.

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Institutionelle Investoren folgen dem Signal

Parallel zur Finanzierungsmeldung zeigen neue Pflichtmitteilungen vom 27. April 2026 frische institutionelle Einstiege. Eagle Wealth Advisors LLC erwarb rund 3.000 Oracle-Aktien, Anchyra Partners LLC baute eine Position von gut 11.000 Aktien auf. Beide Zugänge fallen zwar volumenmäßig klein aus, signalisieren aber eine breitere Neupositionierung im Vorfeld weiterer Kapazitätsmeldungen.

Die Aktie notiert aktuell bei 146,50 Euro — rund 21 Prozent über dem Stand vor einem Monat, aber noch deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 183 Euro. Das Jahrestief von Anfang Februar liegt mittlerweile fast 27 Prozent zurück.

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Backlog, Umsatzziele und Multicloud-Strategie

Oracles Wachstumsstory stützt sich auf einen massiven Auftragsbestand. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (Remaining Performance Obligations) kletterten zuletzt auf 553 Milliarden Dollar — ein Anstieg von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getrieben von großvolumigen KI-Verträgen. Für das Geschäftsjahr 2027 peilt Oracle einen Umsatz von 90 Milliarden Dollar an.

Für 2026 plant das Unternehmen brutto zwischen 45 und 50 Milliarden Dollar an Kapitalzuflüssen zur Finanzierung des weiteren OCI-Ausbaus. Flankiert wird die Hardware-Offensive durch Softwareintegration: Auf der Google Cloud Next 2026 stellte Oracle den „AI Database Agent for Gemini Enterprise“ vor, der Datenbankabfragen per natürlicher Sprache ermöglicht. Der Dienst ist bereits in 15 Regionen verfügbar, Worldline gehört zu den ersten Unternehmenskunden.

Die zentrale Frage für den weiteren Kursverlauf ist, wie stark die schuldenfinanzierte Expansion den freien Cashflow belastet. Dass PIMCO und Blackstone die Finanzierungsstruktur mittragen, spricht für hohes Vertrauen institutioneller Geldgeber in Oracles Fähigkeit, den gewaltigen Auftragsbestand tatsächlich zu monetarisieren — die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob dieser Optimismus gerechtfertigt ist.

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Dr. Robert Sasse: Ökonom, Unternehmer, Finanzexperte

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom, erfahrener Unternehmer und anerkannter Experte für Finanzmärkte. Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Analyse von Aktienmärkten und wirtschaftlichen Zusammenhängen verbindet er wissenschaftliche Fundierung mit unternehmerischer Praxis. Er unterstützt Anleger, die langfristigen Vermögensaufbau und finanzielle Unabhängigkeit durch fundierte Strategien anstreben.

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Dr. Sasses Laufbahn ist geprägt von akademischer Exzellenz und praktischer Marktkenntnis. Er promovierte in Wirtschaftswissenschaften und hält einen Master of Science in Marketing und Sales sowie einen Abschluss als Betriebswirt. Bereits während und nach dem Studium sammelte er in renommierten Analystenhäusern und Unternehmen tiefgreifende Erfahrungen in der Bewertung von Aktien und Fonds.

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