Origin Materials Aktie: Liquidation im Juli zur Abstimmung

Origin Materials treibt die vollständige Liquidation voran. Die Aktionäre stimmen im Juli über die Auflösung ab, die Auszahlungshöhe ist jedoch höchst unsicher.

Origin Materials Aktie
Kurz & knapp:
  • Außerordentliche Hauptversammlung im Juli
  • Verwaltungsrat empfiehlt Auflösungsplan
  • Liquidationsausschüttung zwischen 0,61 und 3,54 Dollar
  • Handel der Aktie soll nach Zustimmung enden

Origin Materials macht ernst mit dem Rückzug aus dem Geschäft. Das Unternehmen hat eine endgültige Stimmrechtsunterlage an die Aktionäre verschickt und bittet nun formal um Zustimmung zu einer vollständigen Liquidation und Auflösung.

Der Schritt markiert einen tiefen Einschnitt. Der einst als nachhaltiger Technologiewert gestartete Konzern findet keinen Weg mehr, das Geschäft ausreichend zu finanzieren.

Aktionäre stimmen im Juli ab

Die außerordentliche virtuelle Hauptversammlung ist für Juli 2026 angesetzt. Stimmberechtigt sind die Aktionäre, die zum Stichtag im Mai im Register standen. Der Verwaltungsrat empfiehlt einstimmig, dem Auflösungsplan zuzustimmen.

Kommt die Zustimmung, darf Origin Materials seine Geschäfte abwickeln, verbliebene materielle und immaterielle Vermögenswerte verkaufen und am Ende noch vorhandene Mittel an die Anteilseigner ausschütten.

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Auszahlung bleibt extrem unsicher

Besonders heikel ist die mögliche Liquidationsausschüttung. Das Unternehmen rechnet derzeit mit einer ersten Zahlung von 0,61 bis 3,54 US-Dollar je Aktie. Die Spanne basiert auf 5.502.770 ausstehenden Stammaktien.

Verlässlich ist diese Schätzung jedoch nicht. Die tatsächliche Auszahlung könnte deutlich niedriger ausfallen oder am Ende ganz ausbleiben. Entscheidend sind vor allem der Verkauf der PET-Verschluss-Technologie und anderer Vermögenswerte sowie die Höhe aller offenen Verbindlichkeiten.

Kapitalnot und Umbau

Die Liquidation ist die Folge eines langwierigen und am Ende erfolglosen Versuchs, frisches Kapital oder strategische Partner zu finden. Origin Materials hatte selbst darauf hingewiesen, dass die vorhandenen liquiden Mittel ohne neue Finanzierung oder harte Kostenschnitte nur bis ins dritte Quartal 2026 reichen.

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Parallel dazu hat das Unternehmen den Betrieb weitgehend heruntergefahren und massiv Personal abgebaut. Auch der langjährige Vorstandschef John Bissell ist aus seiner operativen Rolle ausgeschieden, bleibt aber im Verwaltungsrat. Interims-Chef Matt Plavan, zuvor Finanz- und Betriebschef, führt die Gesellschaft durch die letzten Monate.

Letzter Schritt an der Börse

Belastend wirkt zudem ein Vergleich über 9 Millionen US-Dollar aus einer Wertpapier-Sammelklage. Darin geht es um Vorwürfe irreführender Aussagen zum Bauzeitplan der geplanten Origin-2-Anlage. Für einen Konzern, der schon seit dem Börsengang per SPAC mit hohen Investitionskosten kämpft, ist das ein weiterer schwerer Posten.

Sollten die Aktionäre im Juli zustimmen, will der Vorstand eine formelle Auflösungsurkunde einreichen. Danach soll der Handel mit der Aktie enden. Für Investoren bliebe dann nur noch ein Anspruch auf spätere Liquidationserlöse.

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