Seit eineinhalb Jahren ist die Ottakringer Getränke AG nicht mehr an der Wiener Börse notiert. Das Delisting zum 31. Dezember 2023 und der anschließende Squeeze-out der Minderheitsaktionäre waren Teil eines klaren Plans: Die traditionsreiche österreichische Familiengruppe will sich als privates Unternehmen neu aufstellen.

Drei Säulen, eine Gruppe

Das Geschäft ruht auf drei Tochterunternehmen. Die Ottakringer Brauerei zählt zu den unabhängigen Privatbrauereien Österreichs. Vöslauer Mineralwasser ist heimischer Marktführer. Der Großhändler Del Fabro Kolarik führt über 8.000 Produkte.

Im Juli 2025 übernahm die Gruppe die Getränkewelt Handels GmbH in Osttirol. Der Großhändler wurde in Del Fabro Kolarik integriert. Das Management und der Standort bleiben erhalten. Ziel: das Vertriebsnetz in Westösterreich ausbauen.

Stabilität statt Quartalsdruck

Der Rückzug von der Börse gibt dem Unternehmen mehr Freiheit. Die Eigentümerstruktur ist stabil. Der Fokus liegt auf Marktanteilen, nachhaltiger Profitabilität und dem Ausbau der Marken in Österreich und den Nachbarländern.

Das könnte die Position im dynamischen Getränkemarkt stärken. Trends wie Nachhaltigkeit, Regionalität und alkoholfreie Innovationen prägen die Branche. Ottakringer setzt auf Qualität und Umweltbewusstsein.

Die Gruppe betont die eigenständige Führung ihrer Tochterunternehmen. Ein Vorteil ohne Börsennotiz: kein Druck durch Quartalserwartungen.

Kein Grund zur Sorge

Der operative Erfolg hängt von der Reaktion auf Markttrends ab. Mit einem breiten Portfolio und etablierten Marken ist Ottakringer dafür gut aufgestellt. Die Übernahme der Getränkewelt zeigt, dass die Gruppe auch ohne Kapitalmarkt Wachstumschancen nutzt.

Für ehemalige Aktionäre ist das Kapitel Börse abgeschlossen. Das Unternehmen selbst sieht darin den richtigen Schritt. Die Stabilität der Eigentümerstruktur spricht für eine langfristige Strategie.