Starke Nachfrage, schwache Kurse — bei Palantir klaffen Realität und Stimmung weit auseinander. Der Softwarekonzern liefert historische Wachstumsraten am laufenden Band. Trotzdem notiert das Papier tief unter dem Allzeithoch. Ein massiver Insider-Verkauf sorgt nun für zusätzliche Nervosität.
Teuer bezahltes Wachstum
Operativ läuft es für den Datenanalysten hervorragend. Der Umsatz stieg zum Jahresauftakt um 85 Prozent auf 1,63 Milliarden US-Dollar. Das Management hob daraufhin die Jahresprognose auf rund 7,65 Milliarden Dollar an.
Besonders das US-Geschäft mit Firmenkunden explodierte förmlich. Hier verzeichnete Palantir ein Plus von 133 Prozent. CEO Alex Karp spricht von einer Nachfrage, die das Unternehmen kaum bedienen kann. Trotz dieser Rekordzahlen fiel die Aktie direkt nach der Veröffentlichung.
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Der Grund liegt in der sportlichen Bewertung. Palantir wird aktuell mit dem 62-Fachen des Umsatzes gehandelt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei extremen 154. Solche Multiples lassen keinen Raum für Fehler.
Führungskräfte machen Kasse
Für zusätzliche Unruhe sorgte zuletzt die Chefetage. Die drei wichtigsten Manager verkauften am 20. Mai Aktien im Wert von über 120 Millionen Dollar. Allein CEO Karp trennte sich von Papieren für rund 54 Millionen Dollar.
Präsident Stephen Cohen und Technikchef Shyam Sankar stießen parallel dazu ebenfalls große Aktienpakete ab. Panik ist hier unangebracht. Die Transaktionen liefen über vorab festgelegte Handelspläne. Sie dienten ausschließlich dazu, fällige Steuern aus zugeteilten Mitarbeiteraktien zu begleichen. Ein Standardverfahren im Silicon Valley. Karp selbst hält weiterhin über 59 Millionen Aktien.
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Frischer Wind im Staatsgeschäft
Neben dem kommerziellen Sektor floriert auch das angestammte Regierungsgeschäft. Der US-Umsatz verdoppelte sich hier nahezu. Das Rekord-Auftragsvolumen nähert sich der Marke von 12 Milliarden Dollar.
Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel an der Wall Street liegt bei knapp 184 Dollar. Die Experten von Argus sehen sogar Potenzial bis 190 Dollar. Sie werten den jüngsten Rücksetzer als Einstiegschance.
Der nächste Härtetest folgt mit den Zahlen zum zweiten Quartal. Das Management peilt hier einen Umsatz von rund 1,8 Milliarden Dollar an. Verfehlt Palantir diese Marke auch nur leicht, dürfte die hohe Bewertung sofort wieder zum Problem werden.
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