Palantir baut sein Geschäft mit souveräner KI in Richtung Hardware aus. Ausgerechnet am Tag der Ankündigung trennte sich Cathie Woods ARK Invest von einem kleinen Teil ihrer Palantir-Position. Die Aktie legte vorbörslich dennoch leicht zu.
Armada liefert die Hardware
Palantir macht Armada zum ersten zertifizierten Partner für modulare Rechenzentren. Das gemeinsame Paket verbindet Palantirs „Sovereign AI Operating System“ mit Armadas Galleon-Rechenzentren und dem Sovereign AI Grid. Dieses verknüpft einzelne Standorte zu einem verteilten System.
Kunden sollen offene KI-Modelle auf eigener Hardware betreiben und mit eigenen Daten anpassen können, ohne externe Cloud. Die Rechenzentren entstehen in den USA und verbündeten Staaten, bei Bedarf laufen sie komplett abgeschottet. Die Kapazitäten sollen „binnen Monaten statt Jahren“ bereitstehen.
Die Stoßrichtung ist nicht neu. Schon im März hatte Palantir gemeinsam mit NVIDIA eine Referenzarchitektur für ein souveränes KI-Betriebssystem vorgestellt. Konzernchef Alex Karp fasst den Anspruch so zusammen: Souveränität lasse sich nicht mieten, Modellgewichte, Daten und Hardware müssten dem Kunden gehören.
Starkes Quartal, vage Details
Der Hintergrund ist handfest. Im zweiten Quartal wuchs der Umsatz um 93 Prozent auf 1,935 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft mit Unternehmenskunden legte um 149 Prozent zu, die Jahresprognose hob Palantir deutlich an.
Zum Armada-Deal fehlen dagegen Eckdaten. Volumen, Umsätze und erste Kunden nennen die Partner nicht. Das Versprechen schneller Lieferung muss sich in konkreten Projekten erst beweisen. Vorerst ist die Kooperation ein strategisches Signal, kein Umsatztreiber.
ARK schichtet um
ARK Invest verkaufte über die ETFs ARKQ und ARKX Palantir-Aktien im Wert von rund 3,9 Millionen Dollar. Im selben Zug flossen etwa 16,3 Millionen Dollar in Rocket Lab. Das dürfte vor allem eine Umschichtung mit Gewinnmitnahmen sein. Palantir legte in drei Monaten rund 47 Prozent zu, Rocket Lab verlor etwa 30 Prozent.
Ein Misstrauensvotum lässt sich daraus kaum ableiten. Die Summe ist klein, und Wood kauft traditionell eher nach Kursrückgängen.
Die Aktie notierte vorbörslich zeitweise 0,59 Prozent im Plus bei 191,17 Dollar. Nach dem kräftigen Lauf ist viel Wachstum eingepreist. Konkrete Belege für das Armada-Geschäft dürften frühestens die nächsten Quartalszahlen liefern.
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