Palantir startet in die neue Handelswoche mit einem klaren Widerspruch. Die Fundamentaldaten sind stark — die Aktie hinkt dennoch deutlich hinterher. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 18 Prozent verloren, während der S&P 500 nahe Allzeithochs notiert.
Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 117,96 Euro. Das 52-Wochen-Hoch von 179,86 Euro, erreicht Anfang November 2025, ist damit mehr als 34 Prozent entfernt. Der RSI von 70,5 signalisiert kurzfristig überkaufte Bedingungen — trotz des Jahresverlustes.
Bewertung bleibt das zentrale Problem
Palantirs Wachstum ist außergewöhnlich. Im ersten Quartal 2026 beschleunigte sich der Umsatz zum elften Mal in Folge. Die Nettoumsatzretention lag bei 150 Prozent — bestehende Kunden geben also deutlich mehr aus als im Vorjahr. Die Zahl der US-amerikanischen Unternehmenskunden stieg um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das Problem ist der Preis für dieses Wachstum. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt trotz des Jahresrückgangs noch immer bei rund 66. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis notiert nördlich von 150, auf Forward-Basis bei etwa 100. Solche Multiples lassen wenig Spielraum für Enttäuschungen.
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Hinzu kommt: Insider haben in den vergangenen drei Monaten Aktien im Wert von 297 Millionen Dollar verkauft. Das ist kein Alarmsignal per se, aber ein Faktor, den Anleger im Blick behalten.
Maven und das Pentagon als Wachstumsanker
Strukturell ist Palantirs Position im US-Verteidigungsbereich so stark wie nie. Das Maven Smart System — eine KI-Plattform, die militärische Datenquellen in einer Oberfläche bündelt — soll bis Ende des Fiskaljahres 2026 offiziell als Pentagon-Programm eingestuft werden. Ein entsprechendes Memorandum von Vizeverteidigungsminister Steve Feinberg datiert vom 9. März.
Programme mit diesem Status erhalten stabile Mehrjahresfinanzierung und werden verbindlich in alle Teilstreitkräfte integriert. Die US-Armee übernimmt künftig die Vertragsverantwortung. Bereits im Juli 2025 hatte Palantir mit der Armee einen potenziellen Rahmenvertrag über bis zu 10 Milliarden Dollar abgeschlossen.
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Ein offenes Risiko bleibt die Integration von Anthropics Claude-Modell in Maven. Das Pentagon stufte Anthropic Anfang März 2026 als Lieferkettenrisiko ein. Verteidigungsminister Pete Hegseth ordnete eine schrittweise Ablösung der Anthropic-Tools über sechs Monate an — allerdings mit Ausnahmen, wenn der Einsatz als sicherheitskritisch gilt.
Ausblick auf Q2 und den weiteren Jahresverlauf
Für das zweite Quartal 2026 erwartet Palantir einen Umsatz zwischen 1,797 und 1,801 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr hob das Unternehmen die Prognose auf 7,650 bis 7,662 Milliarden Dollar an. Das US-Geschäft mit Unternehmenskunden soll dabei um mindestens 120 Prozent wachsen.
Analysten rechnen für Q2 mit einem Gewinn je Aktie von 0,33 Dollar. Der verbleibende Auftragsbestand von 4,45 Milliarden Dollar gibt dem Wachstumspfad eine solide Grundlage. Schwächer ist das internationale Geschäft — dort legte der Umsatz im ersten Quartal nur um 26 Prozent zu, weit hinter dem US-Tempo.
Der nächste konkrete Kurstreiber kommt von zwei Seiten: mögliche neue Vertragsankündigungen im Verteidigungsbereich und der Q2-Bericht, der die Frage beantworten muss, ob Palantir seine eigene, ambitionierte Prognose übertrifft.
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