Das US-Verteidigungsministerium hat Anthropic auf eine schwarze Liste gesetzt – und zwingt Palantir damit zu einem Technologiewechsel mitten in einer Phase rekordverdächtigen Wachstums. Die Trump-Administration verbietet die Nutzung von Anthropics KI-Modell Claude im gesamten Regierungsapparat, nachdem das Unternehmen kritische Fragen zur Verwendung seiner Technologie bei militärischen Operationen gestellt hatte. Für Palantir, dessen Plattformen Claude in klassifizierten Netzwerken nutzen, bedeutet das: kurzfristige Umstellung, langfristig aber möglicherweise eine Konsolidierung der militärischen KI-Landschaft unter eigener Führung.
Vom Partner zum Risikofaktor
Anthropic war erst Ende 2024 über eine Partnerschaft mit Palantir ins Pentagon-Ökosystem eingestiegen. Monate später wurde Claude als erstes großes KI-Modell in klassifizierten Regierungsnetzwerken eingesetzt – abgesichert durch einen 200-Millionen-Dollar-Vertrag mit dem Verteidigungsministerium. Der Konflikt eskalierte, nachdem Anthropic bei Palantir nachfragte, ob seine Technologie beim Maduro-Einsatz im Januar zum Einsatz gekommen war. Palantirs Maven Smart System, das bei der Operation genutzt wurde, integriert Teile von Anthropics Technologie.
Verteidigungsminister Pete Hegseth warf Anthropic vor, sich ein „Vetorecht über operative Entscheidungen des US-Militärs“ anmaßen zu wollen. Die Folge: sofortiges Verbot jeglicher Geschäfte mit US-Regierungsstellen. Präsident Trump ordnete an, die Technologie innerhalb von sechs Monaten aus allen Regierungssystemen zu entfernen.
Analysten von Piper Sandler schreiben, Anthropic sei „tief im Militär und den Geheimdiensten verankert“, die Umstellung könne „kurzfristige Störungen“ verursachen. Gleichzeitig betonen sie: „Die Wiederherstellung der KI-Funktionen mit einem neuen Anbieter kann und wird bei Bedarf erfolgen.“ Die Bank hält an ihrer Kaufempfehlung fest.
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Geschäftszahlen als Gegengewicht
Palantir meldete für das vierte Quartal 2025 einen Umsatz von 1,4 Milliarden Dollar – ein Plus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das US-Geschäft mit kommerziellen Kunden explodierte um 137 Prozent, der Regierungsbereich legte um 66 Prozent zu. Für 2026 stellt das Unternehmen Gesamterlöse von rund 7,2 Milliarden Dollar in Aussicht.
Eine neue Partnerschaft mit GE Aerospace und dem Verteidigungsministerium für KI-gestützte Triebwerksanalysen unterstreicht die operative Breite. Rosenblatt Securities startete die Coverage mit „Kaufen“ und einem Kursziel von 150 Dollar. Die Analysten sehen Palantir als „marktverändernden, einzigartig positionierten KI-Software-Leader“ und bewerten den Rückgang von rund 33 Prozent seit dem Oktober-Hoch als Einstiegschance.
Insiderverkäufe nach Plan
Peter Thiel plant laut SEC-Unterlagen den Verkauf von etwa zwei Millionen Aktien im Wert von circa 280 Millionen Dollar innerhalb der nächsten drei Monate. Die Transaktion läuft über einen bereits im November 2025 eingerichteten Rule-10b5-1-Handelsplan – ein automatisiertes Instrument, das Insidern Portfolio-Diversifizierung ermöglicht, ohne den Verdacht auf Handel mit nicht-öffentlichen Informationen zu wecken. Thiel bleibt trotz des Verkaufs einer der größten Anteilseigner und hält seine Macht über stimmrechtsstarke Klasse-F-Aktien.
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Auch CEO Alex Karp nutzt überwiegend solche vordefinierten Handelspläne. Sie werden typischerweise während offener Handelsfenster aufgesetzt und legen Verkaufstermine sowie Preisgrenzen im Voraus fest.
Risiken bleiben auf der Agenda
Die Aktie wird aktuell mit dem rund 110-fachen der erwarteten Gewinne und einem Umsatzmultiplikator von über 46 gehandelt. Diese Bewertung lässt wenig Spielraum für Fehler. Anthropic hat angekündigt, das Verbot gerichtlich anzufechten. Rechtsexperten sehen Unsicherheiten, da die von der Regierung herangezogenen Befugnisse normalerweise nur für Beschaffungsentscheidungen gelten – nicht für die gesamten Geschäftsaktivitäten privater Unternehmen außerhalb direkter Regierungsaufträge.
Wettbewerber wie Snowflake, Databricks und die Cloud-Giganten drängen ebenfalls in den Markt. Zudem macht der Regierungsbereich etwa 60 Prozent der US-Erlöse aus – ein Konzentrationsrisiko mit politischer Dimension.
Was als Nächstes kommt
Palantir hat einen zehnjährigen Army-Vertrag über 10 Milliarden Dollar in der Tasche, unterzeichnet Mitte 2025. Die tief in militärischer Infrastruktur verwurzelte Position bedeutet: Anhaltende Konflikte sind kein Gegenwind, sondern ein struktureller Treiber. Das Pentagon wird KI auf dem Schlachtfeld nicht aufgeben – und Palantir bleibt trotz des Anthropic-Ausschlusses primärer Nutznießer dieser Nachfrage. Ob die Umstellung zur Belastung wird oder sich als Katalysator für eine weitere Konsolidierung der militärischen KI-Landschaft unter Palantirs Regie erweist, dürfte sich im nächsten Quartalsbericht zeigen.
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