Partners Group hat binnen weniger Tage zwei bedeutende Übernahmeschritte eingeleitet. Der Investmentmanager mit Sitz in der Schweiz sicherte sich eine Mehrheitsbeteiligung am Rechenzentrums-Stromversorger AVK Power Solutions, wie das Unternehmen selbst bestätigte.

Die Transaktion erfolgt im Auftrag von Kunden und zielt auf Wachstum im Bereich Datenzentren und KI-Infrastruktur ab – ein Segment, das angesichts des globalen Ausbaus von Rechenkapazitäten zunehmend als Wachstumsfeld für Investoren gilt.

Exklusive Gespräche über Aroma-Zone

Parallel dazu trat Partners Group in exklusive Verhandlungen mit Eurazeo über den Erwerb von Aroma-Zone ein, einer nach eigenen Angaben besonders schnell wachsenden europäischen Marke für Naturkosmetik, Wellness und Selfcare.

Medienberichten zufolge wird der Transaktionswert mit rund zwei Milliarden Euro beziehungsweise 2,3 Milliarden Dollar beziffert. Beide Deals unterstreichen die Strategie des Unternehmens, sein Portfolio über unterschiedliche Wachstumsbranchen hinweg zu diversifizieren – von digitaler Infrastruktur bis zu Konsumgütern.

Ergänzend meldete Partners Group, dass die Profitabilität des Portfoliounternehmens Foundation Risk Partners durch eine KI-gestützte Zusammenarbeit zwischen mehreren Private-Equity-Beteiligungen gesteigert werden konnte.

Die Meldung betrifft ausschließlich das Portfoliounternehmen selbst, nicht den Konzernumsatz von Partners Group – sie zeigt aber, wie das Unternehmen technologische Effizienzgewinne innerhalb seines Beteiligungsnetzwerks vorantreibt.

Kurs bleibt unter Druck

Trotz der aktiven Deal-Pipeline bleibt der Aktienkurs schwach. Am Donnerstag schloss das Papier bei 775,20 Euro, ein Minus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 27 Prozent im Minus – ein deutliches Zeichen dafür, dass die operative Nachrichtenlage bislang keine Trendwende an der Börse ausgelöst hat.

Zusätzlichen Gegenwind lieferte die Deutsche Bank, die ihre Einstufung für Partners Group Anfang des Monats auf „Hold“ senkte und das Kursziel reduzierte. Die Herabstufung dürfte mit zur verhaltenen Kursentwicklung der vergangenen Wochen beigetragen haben, auch wenn sich die Einschätzung inzwischen bereits einige Tage zurückdatiert.

Blick auf die kommenden Wochen

Für Anleger dürfte der nächste wichtige Termin die Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 sein, die Partners Group Ende August angekündigt hat.

Erst dann zeigt sich, ob sich die jüngste Übernahmeaktivität in konkreten Zahlen niederschlägt und ob das Management die Wachstumsstrategie in Infrastruktur und Konsumgütern quantifizieren kann. Bis dahin bleibt die Kombination aus aktiver Deal-Pipeline und schwacher Kursentwicklung das prägende Bild für die Aktie.