Monatelang hatten Spekulationen um eine milliardenschwere Übernahme den PayPal-Kurs beflügelt. Jetzt ist der Traum geplatzt. Der Finanzinvestor Advent International und der Zahlungsabwickler Stripe haben ihre Pläne für eine Übernahme des Zahlungsdienstleisters offenbar aufgegeben.

Insidern zufolge verfolgt die Gruppe keine Übernahme von PayPal mehr. Zuvor soll das Konsortium mehr als 50 Milliarden Dollar für das Unternehmen geboten haben. Vertreter von Advent, Stripe und PayPal wollten sich zu den Berichten nicht äußern.

Kurssturz nach Börsenschluss

Die Reaktion an der Börse fiel deutlich aus. Im nachbörslichen Handel brach die PayPal-Aktie um rund 14 Prozent ein, nachdem sie zuvor bei 61,47 Dollar aus dem regulären Handel gegangen war. Der Rückschlag zeigt, wie stark die Übernahmefantasie zuletzt den Kurs getrieben hatte: Allein in diesem Quartal hatte die Aktie mehr als 40 Prozent zugelegt, der Börsenwert war auf rund 52,6 Milliarden Dollar geklettert.

Die Übernahmegerüchte reichen bis in den Februar zurück, als Bloomberg erstmals berichtete, dass Stripe nach einem heftigen Kursrutsch bei PayPal eine teilweise oder vollständige Übernahme prüfe. Genau dieser Kursverfall der vergangenen Jahre hatte das Interesse der Käufer überhaupt erst geweckt.

Strukturelle Probleme bleiben

Der geplatzte Deal lenkt den Blick zurück auf die eigentlichen Herausforderungen des Unternehmens. PayPal galt einst als Pionier des digitalen Bezahlens, tut sich aber seit Jahren schwer, seine Zahlungstechnologien zu modernisieren. Konkurrenten wie Apple und die Google-Mutter Alphabet haben in dieser Zeit spürbar Marktanteile gewonnen.

Der langfristige Vertrauensverlust der Anleger ist erheblich: Über die vergangenen fünf Jahre hat die Aktie fast 80 Prozent an Wert eingebüßt. Mit dem Ende der Übernahmegespräche fehlt nun der Katalysator, der zuletzt für frischen Optimismus gesorgt hatte. Ohne neue strategische Impulse dürfte sich die Aufmerksamkeit wieder auf die operativen Fortschritte bei Wachstum und Technologie richten müssen.