PayPal Aktie: Schwierige Zeiten

PayPal-Aktie reagiert auf Berichte über mögliche Übernahmeangebote. Analysten sehen das Unternehmen als unterbewertet, warnen aber vor Konkurrenz und einer kürzlichen Datenpanne.

PayPal Aktie
Kurz & knapp:
  • Kurssprung nach Berichten über Kaufinteressen
  • Analysten sehen historisch niedrige Bewertung
  • Datenpanne bei Working Capital Krediten
  • Aktie weit unter Allzeithoch von 2021

Die PayPal-Aktie legte gestern an der NASDAQ kräftig um 5,76 Prozent auf 44,05 Dollar zu – zeitweise waren sogar zweistellige Kursgewinne zu sehen. Auslöser: Bloomberg berichtete, dass der Zahlungsdienstleister nach unaufgeforderten Übernahmeangeboten Berater hinzugezogen haben soll. Interessenten gebe es sowohl für das Gesamtunternehmen als auch für einzelne Sparten. Heute agieren Anleger jedoch vorsichtiger, vorbörslich gibt die Aktie um 0,41 Prozent nach.

Wer könnte zugreifen?

Harshita Rawat von Bernstein sieht vor allem Private-Equity-Firmen als potenzielle Käufer. Die Begründung: PayPals Bilanz sei „tadellos“, die Bewertung historisch niedrig. Auch strategische Partner für Teilbereiche wie Venmo oder Braintree werden diskutiert – etwa American Express oder JPMorgan Chase. Ein Unternehmenssprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

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Dan Dolev von Mizuho Securities bezeichnet PayPal mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa sieben für 2026 als „tief unterbewertet“. Das Unternehmen betreibe eines von nur vier weltweit anerkannten Zahlungsnetzwerken. Mizuho bestätigte sein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 60 Dollar. Andere Analysten bleiben zurückhaltender: Wolfe Research und Raymond James halten an ihrer „Hold“-Einstufung fest und verweisen auf die anhaltende Konkurrenz durch Apple Pay sowie veränderte Nutzergewohnheiten im E-Commerce.

Datenpanne überschattet Spekulationen

Bereits am 12. Dezember 2025 identifizierte PayPal einen technischen Fehler in der Anwendung für PayPal Working Capital Kredite. Zwischen dem 1. Juli und 13. Dezember 2025 waren personenbezogene Daten einer geringen Anzahl von Kunden für Unbefugte zugänglich – darunter geschäftliche Kontaktdaten, Sozialversicherungsnummern und Geburtsdaten. Die verantwortliche Code-Änderung wurde umgehend rückgängig gemacht. Betroffene Nutzer erhalten zwei Jahre kostenloses Kredit-Monitoring über Equifax.

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Die Übernahmespekulationen werden auch durch den neuen CEO Enrique Lores befeuert. Lores, zuvor Chef von HP, gilt als Experte für komplexe Unternehmensstrukturen und deren Aufteilung. Jeff Cantwell von Seaport Research merkte an, dass insbesondere eine Ausgründung von Venmo dem Dienst ermöglichen könnte, agiler zu agieren – unabhängig von der PayPal-Bürokratie.

Die langfristige Performance bleibt ernüchternd: Die Aktie liegt über 85 Prozent unter dem Allzeithoch von über 300 Dollar aus dem Juli 2021. Das 52-Wochen-Hoch von 79,50 Dollar liegt fast doppelt so hoch wie der aktuelle Kurs. Mit einem Minus von 24 Prozent seit Jahresbeginn steht das Management unter erheblichem Zugzwang, den Shareholder Value nachhaltig zu steigern.

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Über Dieter Jaworski 1555 Artikel

Über mich: Systematisch und fundiert investieren

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

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