Das Würzburger Biopharma-Unternehmen Pentixapharm hat einen entscheidenden Schritt zur Finanzierung seiner klinischen Entwicklungsprogramme vollzogen. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, wurde das jüngste Bezugsangebot für neue Aktien erfolgreich abgeschlossen. Dabei machten die Aktionäre in großem Umfang von ihren Bezugsrechten Gebrauch, was dem Unternehmen einen Bruttoemissionserlös in zweistelliger Millionenhöhe sichert.

Frisches Kapital für die Phase-3-Studie

Insgesamt wurden im Rahmen des Bezugsangebots 9.096.771 neue Aktien ausgeübt. Dies entspricht einer Quote von 82,5 Prozent des gesamten Emissionsvolumens. Durch diesen Schritt fließen Pentixapharm brutto rund 16,8 Millionen Euro zu. Die verbleibenden 1.923.441 Aktien, die nicht über das Bezugsangebot gezeichnet wurden, sollen nun im Rahmen einer Privatplatzierung bei institutionellen Investoren untergebracht werden.

Diese Nachplatzierung läuft laut Unternehmensangaben bis zum 28. Juli 2026 zu einem Festpreis von 1,85 Euro je Aktie. Der aktuelle Kurs an der Börse notiert mit 2,24 Euro derzeit deutlich über diesem Platzierungsniveau. Die Nettoerlöse aus der Kapitalmaßnahme sind bereits fest verplant: Sie sollen primär in die Durchführung der klinischen PANDA Phase-3-Studie fließen. Zudem plant Pentixapharm, die Mittel für die Expansion in den US-Markt sowie für die Intensivierung von Partnerschaftsgesprächen zu nutzen.

Analysten sehen massives Aufwärtspotenzial

In einer aktuellen Bewertung reagierten die Analysten der BankM AG positiv auf die erfolgreiche Kapitalerhöhung. Analyst Dr. Roger Becker bestätigte die Einstufung für den Wert auf „Kaufen“ und sieht ein Kursziel von 12,24 Euro auf Sicht von zwölf Monaten. Damit weist der Titel trotz einer Wertsteigerung von 50,34 % seit Jahresbeginn aus Sicht des Analysehauses weiterhin ein enormes Potenzial auf.

Becker betonte in seiner Studie, dass sich die Verhandlungsposition des Unternehmens durch den Mittelzufluss signifikant verbessert habe. Zusammen mit den rund 18,5 Millionen Euro aus einer zuvor begebenen Wandelschuldverschreibung verfüge Pentixapharm nun über Gesamtermittel von etwa 35,5 Millionen Euro für die PANDA-Studie. Dies verringere das Risiko, unvorteilhafte Kooperationsvereinbarungen unter Zeitdruck eingehen zu müssen. Die Erfolgswahrscheinlichkeit für eine spätere Zulassung beziffert der Analyst auf 65,5 Prozent.

BaFin-Prüfung bei ehemaliger Muttergesellschaft

Parallel zu den Finanzierungsnachrichten wurde bekannt, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Prüfung eingeleitet hat, die indirekt die Historie von Pentixapharm betrifft. Die Untersuchung richtet sich gegen den Konzernabschluss 2024 der Eckert & Ziegler SE. Im Fokus steht dabei die Bilanzierung der Abspaltung von Pentixapharm im Oktober 2024.

Die Aufsicht prüft, ob die damals gewählte erfolgsneutrale Ausbuchung korrekt war oder ob die Entflechtung stattdessen erfolgswirksam hätte erfasst werden müssen. Medienberichten zufolge bezweifelt die BaFin, ob die Beherrschungsverhältnisse zum damaligen Zeitpunkt zutreffend dargestellt wurden. Eckert & Ziegler teilte hierzu mit, dass eine erfolgswirksame Erfassung zwar zu einem zusätzlichen Buchgewinn aus aufgegebenen Geschäftsbereichen geführt hätte, dies jedoch keinerlei Auswirkungen auf die operativen Kennzahlen oder künftige Geschäftsjahre habe. Pentixapharm selbst agiert seit der Abspaltung als eigenständiges Unternehmen am Markt.

Obwohl die Aktie im Tagesverlauf leicht nachgab, bleibt die langfristige Tendenz positiv. Das Papier notiert aktuell etwa -29,45 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im Februar 2026 bei 3,17 Euro markiert wurde. Mit der nun gesicherten Finanzierung im Rücken rückt für Anleger nun wieder der klinische Fortschritt in den Mittelpunkt des Interesses.