Petrobras investiert massiv in die Tiefsee vor der Küste Brasiliens. Der Staatskonzern hat mit dem niederländischen Spezialisten SBM Offshore Verträge über zwei schwimmende Produktionsplattformen unterzeichnet. Die Summe: über 60 Milliarden Real – umgerechnet rund 10 Milliarden Euro.
Die Einheiten vom Typ FPSO (Floating Production Storage and Offloading) sind für das Sergipe Deepwater-Projekt bestimmt, eine der größten Offshore-Entwicklungen im Nordosten Brasiliens. Sie fördern Leichtöl und gasreiche Reservoirs, die nicht an Öl gebunden sind. Während ihrer Lebensdauer sollen die Plattformen mehr als eine Milliarde Barrel Öläquivalent liefern.
Ein Modell mit Langzeitwirkung
Petrobras setzt auf das BOT-Modell: Build, Operate, Transfer. SBM Offshore baut die Plattformen, betreibt sie 6,5 Jahre lang und übergibt sie dann an Petrobras. Der Konzern bleibt während der gesamten Zeit Eigentümer. Die Verträge wurden am 29. Mai 2026 offiziell besiegelt, nachdem Petrobras die Pläne Mitte April angekündigt hatte.
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Die Investition unterstreicht den strategischen Fokus auf die Vorsalz-Vorkommen. Diese Tiefseereserven gelten als besonders ergiebig. Analysten begrüßen den Schritt, bewerten die Aktie mehrheitlich mit „Kaufen“. Sie verweisen auf einen geschätzten Break-even-Ölpreis von rund 50 Dollar pro Barrel und eine niedrige Kurs-Gewinn-Bewertung.
Der Aktienkurs spiegelt diese Zuversicht kurzfristig nicht. Die Petrobras-Aktie notierte am Freitag bei 6,94 Euro, ein Minus von 1,35 Prozent. Auf Wochensicht beträgt der Verlust rund neun Prozent. Belastend wirkten zuletzt Fortschritte bei den US-iranischen Friedensverhandlungen, die den Ölpreis unter Druck setzten, sowie eine abwartende Haltung der Anleger nach einer Benzinpreiserhöhung in Brasilien.
Die Volatilität bleibt mit annualisiert 35 Prozent hoch. Der RSI von 67,6 signalisiert weder Überhitzung noch Verkaufssignale. Mit einem Abstand von über 16 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt notiert die Aktie dennoch in einer strukturell soliden Verfassung. Die Frage ist nicht ob, sondern wann sich die Milliarden-Investition in den Kurszahlen niederschlägt – der nächste Quartalsbericht dürfte erste Hinweise liefern.
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