Der US-Pharmakonzern Pfizer baut die klinische Basis für sein Medikament Litfulo weiter aus. Nach Vorlage der Daten aus zwei Phase-3-Studien will das Unternehmen die Zulassung für die Behandlung von Patienten mit nicht-segmentaler Vitiligo beantragen. Wie das Management gestern mitteilte, sollen die entsprechenden Daten bei der US-Gesundheitsbehörde FDA sowie bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA eingereicht werden.
In den beiden Studien TRANQUILLO und TRANQUILLO 2 untersuchte das Unternehmen die Wirksamkeit des Wirkstoffs Ritlecitinib bei der Pigmentstörung. Nach einer Behandlungsdauer von 52 Wochen zeigte sich eine statistisch signifikante Repigmentierung im Gesicht sowie am gesamten Körper gegenüber einer Gabe von Placebo.
In der Studie TRANQUILLO 2 erreichten 21,86 Prozent der Patienten unter der höheren Dosierung das Endziel F-VASI75, während der Vergleichswert in der Placebogruppe bei 2,40 Prozent lag. Auch in der TRANQUILLO-Studie übertraf das Medikament die Kontrollgruppe deutlich.
Pipeline liefert weitere Impulse
Der Erfolg bei der Weißfleckenkrankheit reiht sich in mehrere klinische Fortschritte ein. Am Donnerstag meldete Pfizer das Erreichen des primären Endpunkts in einer Phase-2-Studie mit dem Wirkstoff Tilrekimig zur Behandlung von moderater bis schwerer Neurodermitis. Alle getesteten Dosierungen führten nach 16 Wochen zu einem signifikanten Anstieg der Patienten, die eine deutliche Besserung des Hautbilds erzielten.
Die klinische Entwicklung des Präparats treibt der Konzern bereits in einem Phase-3-Programm voran, das zwei Studien bei Neurodermitis sowie eine weitere Untersuchung bei Asthma abdeckt.
Zusätzliche Erkenntnisse stehen im weiteren Monatsverlauf auf der Agenda: Auf dem Kongress der European Society for Medical Oncology in Madrid plant Pfizer die Vorstellung von 45 Beiträgen, darunter elf Vorträge zu Krebsmedikamenten und späten Pipeline-Kandidaten.
Juristischer Gegenwind und Termine
Diesen Forschungsergebnissen stehen offene Rechtsfragen gegenüber. Am Montag wies ein US-Bundesrichter Anträge von Pfizer, BioNTech und Moderna ab, Patentklagen der Bayer-Tochter Monsanto bezüglich der mRNA-Impfstofftechnologie abzuweisen. Die Verfahren werden damit fortgesetzt und bilden einen potenziellen Unsicherheitsfaktor für die beteiligten Unternehmen.
An der Börse ging die Pfizer-Aktie am Freitag mit einem Kurs von 24,69 Euro aus dem Handel, was einem Tagesverlust von 1,3 Prozent entsprach. Auf Jahressicht behauptet sich der Titel hingegen solide und weist seit Jahresbeginn ein Plus von 16 Prozent auf.
Einen umfassenden Überblick über die finanzielle Entwicklung erhalten Anleger Anfang November. Für den 3. November hat Pfizer die Veröffentlichung der Zahlen für das dritte Quartal 2026 sowie eine Telefonkonferenz für Analysten angesetzt.
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