Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat grünes Licht für eine erweiterte Anwendung des Krebsmedikaments Tukysa gegeben. Der US-Pharmakonzern vermeldete die Zulassung des Wirkstoffs Tucatinib in Kombination mit Trastuzumab und Pertuzumab für die Erhaltungstherapie von Erwachsenen mit inoperablem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem HER2-positivem Brustkrebs nach vorangegangener Induktionsbehandlung. An der Börse sorgte der Schritt für Rückenwind: Die Pfizer-Aktie legte gestern um 2,7 % zu und schloss bei 25,05 Euro.
Die Entscheidung der Behörde stützt sich auf klinische Daten, die einen deutlichen Vorteil für Patientinnen und Patienten zeigen. Nach Unternehmensangaben erreichte die Behandlungsgruppe ein medianes progressionsfreies Überleben von 24,9 Monaten.
Im Vergleich dazu lag dieser Wert im Placebo-Arm der Studie bei 16,3 Monaten. Durch die erteilte Zulassung weitet Pfizer den Einsatzbereich des Präparats nun direkt auf die Erstlinien-Erhaltungstherapie aus.
Pipeline-Fortschritte und Quartalsdividende
Der Onkologie-Erfolg reiht sich in mehrere klinische Entwicklungen der vergangenen Tage ein. Anfang des Monats hatte das Unternehmen bereits positive Phase-3-Ergebnisse für das Medikament Litfulo vorgelegt. In zwei Studien zur Behandlung von nicht-segmentaler Vitiligo zeigte sich eine signifikante Verbesserung der Repigmentierung im Gesicht und am gesamten Körper gegenüber Placebo.
Der Konzern bereitet hierfür weltweite Zulassungsanträge vor, unter anderem bei der FDA sowie bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA. Zudem erreichte der Wirkstoffkandidat Tilrekimig in einer Phase-2-Studie bei atopischer Dermatitis seinen primären Endpunkt nach 16 Wochen.
Für die Aktionäre gab es zudem Neuigkeiten zur Ausschüttung. Pfizer beschloss am Dienstag eine Bardividende für das vierte Quartal 2026 in Höhe von $0.43 je Aktie. Die Auszahlung soll am 7. Dezember 2026 an die am 6. November 2026 eingetragenen Anteilseigner erfolgen.
Juristische Vorwürfe und Restrukturierung in Italien
Neben den Fortschritten in der Forschung sieht sich der Pharmariese allerdings auch mit Gegenwind konfrontiert. Am 1. Oktober reichte der Generalstaatsanwalt von Florida, James Uthmeier, Medienberichten zufolge Klage gegen Pfizer sowie Konzernchef Albert Bourla ein.
Der Vorwurf lautet auf irreführende Angaben zur Sicherheit und Wirksamkeit des COVID-19-Impfstoffs. Pfizer wies die Anschuldigungen zurück und betonte, die Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage, während die eigenen Aussagen akkurat und wissenschaftlich fundiert gewesen seien.
Gleichzeitig setzt der Konzern den Rotstift an. Laut der Nachrichtenagentur Reuters plant Pfizer den Abbau von rund 330 Arbeitsplätzen an seinem Produktionsstandort auf Sizilien, wie italienische Gewerkschaften mitteilten.
Mit dem jüngsten Kurssprung notiert das Papier nur noch knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 25,54 Euro, das Ende September markiert worden war. Der nächste wichtige Termin im Finanzkalender steht bereits fest: Pfizer wird seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026 am 3. November 2026 vorlegen und in einer Telefonkonferenz für Investoren erläutern.
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