Für Plug Power läuft die Uhr. Bis Montag muss der Wasserstoffkonzern den Verkauf seines New Yorker Standorts „Project Gateway“ an Stream Data Centers abschließen — oder das gesamte Liquiditätsprogramm gerät ins Wanken.
Alles hängt am 30. Juni
Der Deal ist klar kalkuliert. Plug Power erwartet aus dem Verkauf mindestens 132,5 Millionen Dollar, je nach Abschlussbedingungen bis zu 142 Millionen Dollar. Die Transaktion ist Teil eines größeren Programms, das insgesamt mehr als 275 Millionen Dollar an Liquidität freisetzen soll — durch Anlagenverkäufe und die Freigabe gebundener Mittel.
Der Hintergrund erklärt den Druck. Ende des ersten Quartals 2026 verfügte das Unternehmen über rund 802 Millionen Dollar Gesamtliquidität. Davon waren aber nur 223 Millionen Dollar frei verfügbar. Gelingt der Abschluss nicht fristgerecht, drohen weitere verwässernde Kapitalmaßnahmen — genau das will das Management vermeiden.
Kurs unter Druck, RSI nähert sich Extremzone
Die Aktie schloss am Freitag bei 2,20 Euro, ein Minus von 2,57 Prozent auf Tagesbasis. Damit rutschte der Kurs unter den 200-Tage-Durchschnitt von 2,25 Euro — eine Marke, die institutionelle Investoren als Langfristindikator beobachten. Im 30-Tage-Vergleich beträgt das Minus rund 38 Prozent.
Der RSI liegt bei 32,3 und nähert sich damit der überverkauften Zone. Technisch könnte eine Bestätigung des Gateway-Deals eine Gegenbewegung auslösen. Das Jahresplus von knapp 16 Prozent zeigt, dass die Aktie trotz der jüngsten Schwäche noch deutlich über dem 52-Wochen-Tief von 0,99 Euro notiert.
Dänemark liefert operatives Signal
Abseits der Finanzierungsfragen meldet das Unternehmen einen konkreten Fortschritt im Elektrolyseur-Geschäft. Am 24. Juni 2026 übergab Plug Power ein 5-MW-PEM-Elektrolyseur-System an die Måde Power-to-X-Anlage im dänischen Esbjerg. Betreiber European Energy hat die Anlage bereits in Betrieb genommen. Sie soll jährlich rund 550 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren.
CEO Jose Luis Crespo ordnet das Projekt in seine „Project Quantum Leap“-Strategie ein. Der Ansatz: wiederholbare Projektabwicklung statt Einzelpiloten, um die Margen systematisch zu verbessern.
Was die kommende Woche entscheidet
Zwei Faktoren dominieren die nächsten Handelstage. Erstens die offizielle Bestätigung des Gateway-Abschlusses. Zweitens die Positionierung vor dem Q2-Bericht: Das Management erwartet einen Umsatz leicht über den 163,5 Millionen Dollar aus dem ersten Quartal, getrieben von einem Anstieg der Elektrolyseur-Verkäufe um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Bruttomarge hat sich von minus 55 Prozent auf minus 13 Prozent verbessert. Das Ziel bleibt positives EBITDA im vierten Quartal 2026 und vollständige Profitabilität bis 2028 — gestützt auf einen Auftragsbestand von mehr als 8 Milliarden Dollar. Ob der 30. Juni diesen Pfad bestätigt oder neu justiert, wird sich spätestens zu Wochenbeginn zeigen.
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