Starkes Umsatzwachstum trifft auf schwindende Kassenbestände. Bei Plug Power klaffen operative Fortschritte und finanzielle Realität weit auseinander. Die Aktie verliert am Dienstag fast fünf Prozent auf 2,82 Euro. Das drückt die Jahresrendite, die mit einem Plus von rund 48 Prozent dennoch beachtlich bleibt.

Gegenwind vom Zinsmarkt

Ein Hauptgrund für den aktuellen Kursrutsch liegt im breiteren Marktumfeld. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf den höchsten Stand seit 15 Monaten. Das trifft unrentable Wasserstoff-Werte besonders hart.

Parallel dazu dämpfen Analysten die Erwartungen. Wells Fargo hob das Kursziel zwar auf 2,50 US-Dollar an. Die Einstufung bleibt jedoch bei „Equal-Weight“. Dieses Ziel liegt deutlich unter dem aktuellen Kursniveau.

Der Kampf um die Liquidität

Operativ lieferte das Management im ersten Quartal durchaus Lichtblicke. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 22 Prozent auf rund 163 Millionen US-Dollar. Auch die Bruttomarge verbesserte sich merklich und liegt nun bei minus 13 Prozent.

Das eigentliche Problem bleibt der hohe Kapitalverbrauch. Die Folge: Allein im ersten Quartal flossen über 150 Millionen US-Dollar an Barmitteln ab. Dem stehen frei verfügbare liquide Mittel von 223 Millionen US-Dollar gegenüber. Um die Kasse zu schonen, drosselt der Konzern nun einige Produktionspläne. Zusätzlich plant Plug Power, in diesem Jahr weitere Vermögenswerte zu Geld zu machen.

Gegensätzliche Signale der Großaktionäre

Bei den Anteilseignern zeigt sich ein gemischtes Bild. Große Adressen wie Blackrock und Vanguard bauten ihre Positionen zuletzt massiv aus. Blackrock hält mittlerweile gut zehn Prozent aller ausstehenden Aktien.

Insider agieren indes vorsichtiger. Strategiechef Benjamin Haycraft trennte sich bereits im Januar von 40.000 Aktien. Dieser Verkauf passierte allerdings im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans.

Blick nach vorn

Technisch ist die Aktie derzeit stark überverkauft. Der RSI-Indikator notiert bei extrem niedrigen 19,9 Punkten. Das könnte kurzfristig Gegenbewegungen begünstigen.

Fundamental bleibt der Fahrplan des Managements entscheidend. Ende 2026 will Plug Power auf operativer Ebene die Gewinnzone erreichen. Gelingt das nicht, dürfte die Liquiditätsfrage schnell wieder eskalieren.