Plug Power treibt seine Wasserstoff-Wette in Rechenzentren voran. Das Unternehmen hat gestern eine technische Zusammenarbeit mit Microsoft bestätigt, bei der 3-Megawatt-Brennstoffzellen auf Basis von Protonenaustauschmembranen als Notstromlösung für Rechenzentren getestet werden.

Für Anleger ist das ein Signal: Plug Power sucht abseits von Gabelstaplerflotten und klassischer Wasserstoffinfrastruktur neue Absatzmärkte in einer Branche mit enormem Energiehunger.

Datencenter als neues Standbein

Rechenzentren gelten als einer der am schnellsten wachsenden Stromverbraucher weltweit, und Backup-Lösungen sind für Betreiber wie Microsoft ein kritisches Thema. Dass ein Schwergewicht der Cloud-Branche mit Plug Power an Brennstoffzellen-Tests arbeitet, wertet das Unternehmen als Bestätigung seiner Technologie über den bisherigen Kernmarkt hinaus.

Konkrete Aufträge oder finanzielle Details zu der Kooperation nannte Plug Power bislang nicht – es handelt sich um eine technische Erprobung, keine kommerzielle Lieferung.

Die Nachricht reiht sich ein in eine Serie von Kapitalmaßnahmen, mit denen das Unternehmen seine Bilanz stabilisieren will. Erst vor gut einer Woche hatte Plug Power Quartalszahlen vorgelegt, die den Umsatzkonsens übertrafen und die Jahresprognose anhoben – der Kurs gab seither um 6,1 Prozent nach.

Parallel dazu treibt das Unternehmen die Monetarisierung von Vermögenswerten voran: Bis Anfang August waren rund 47 Millionen Dollar aus freigegebenen Treuhandmitteln und dem Verkauf von Stromvermögen eingegangen, Teil eines Gesamtziels von 275 Millionen Dollar an Asset-Verkäufen.

Insiderverkäufe trüben das Bild

Nicht alle Signale sind positiv. Nach Unternehmensangaben verkauften Insider in den vergangenen drei Monaten Aktien im Wert von rund 161.500 Dollar, ohne dass Käufe aus dem Management gegenüberstanden. Das ist angesichts der Größenordnung von Plug Power kein dramatischer Betrag, passt aber nicht zu der Wachstumsstory, die das Unternehmen derzeit erzählt.

Auf der operativen Seite bleibt der Weg zur Profitabilität das zentrale Thema. Plug Power bekräftigte zuletzt sein Ziel, im vierten Quartal 2026 ein positives bereinigtes EBITDA zu erreichen und bis 2028 unternehmensweit profitabel zu werden. Das Servicegeschäft, in dem Umsätze um 82 Prozent auf rund 30 Millionen Dollar zulegten, soll dabei eine tragende Rolle spielen.

Kursreaktion bleibt verhalten

Der Markt reagiert bislang zurückhaltend auf die Microsoft-Nachricht. Die Aktie notiert aktuell bei 1,86 Euro und damit 1,8 Prozent leichter als am Vortag. Anleger dürften abwarten, ob aus der technischen Zusammenarbeit tatsächlich kommerzielle Aufträge werden – ohne belastbare Vertragsdetails bleibt die Kooperation vorerst ein Hoffnungswert unter vielen, die Plug Power derzeit ins Feld führt, um seine Investmentstory zu stützen.

Analysten hatten die margenseitige Verbesserung des zweiten Quartals bereits positiv aufgenommen: Roth Capital erhöhte Mitte August das Kursziel deutlich, wenige Tage zuvor bekräftigte auch HC Wainwright eine positive Einschätzung. Ob diese Zuversicht Bestand hat, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell aus technischen Kooperationen wie der mit Microsoft belastbare Umsätze werden.