Plug Power erlebt einen unerwarteten Frühling. Der Brennstoffzellen-Spezialist notiert am Mittwoch mit 3,60 Euro auf dem höchsten Stand seit über einem Jahr. Grund ist ein überraschender Fortschritt: Die operativen Verluste schrumpfen schneller als erwartet.

Verluste halbieren sich

Die Q1-Zahlen 2026 zeigen eine deutliche Trendwende. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 163,5 Millionen Dollar – getrieben von steigenden Verkäufen bei Anlagen und Brennstofflieferungen. Entscheidend für Anleger: Die Bruttomarge verbesserte sich massiv von minus 55 auf minus 13 Prozent. Der bereinigte Verlust je Aktie halbierte sich nahezu auf 8 Cent.

Der ausgewiesene Nettoverlust von 245 Millionen Dollar enthält hohe nicht zahlungswirksame Belastungen aus Wandelschulden und Optionsscheinen. Die operative Verfassung des Unternehmens ist besser, als es der absolute Verlust suggeriert.

Technischer Durchbruch

Die Aktie notiert deutlich über allen drei wichtigen gleitenden Durchschnitten – 20, 50 und 200 Tage. Mit einem Tagesplus von über 9 Prozent untermauerte Plug Power gestern die bullische Struktur. Das Handelsvolumen war zudem überdurchschnittlich hoch, ein klares Signal wachsender Überzeugung.

Hinzu kommt ein neuer Rückenwind aus der Hydrogen-Branche. Investoren setzen verstärkt auf Brennstoffzellen als Stromquelle für KI-Rechenzentren. Plug Power hat sich strategisch positioniert: Das Unternehmen bietet bis zu 250 Megawatt Wasserstoffstrom im PJM-Netz an – dem größten US-Strommarkt.

Liquidität gesichert

Mit 802 Millionen Dollar in der Kasse ist die akute Finanzierungsnot vom Tisch. Weitere 275 Millionen sollen aus der Monetarisierung von Wasserstoffprojekten fließen. Der kommerzielle Projektpipeline übersteigt derweil 8 Milliarden Dollar.

Ein konkreter Fortschritt: Die finale Investitionsentscheidung für das Barrow Green Hydrogen-Projekt in Großbritannien fiel letzte Woche. Die 30-Megawatt-Anlage soll jährlich rund 100 Gigawattstunden grünen Wasserstoff produzieren.

CEO Jose Luis Crespo, seit März im Amt, hält am Ziel fest: ein positives EBITDAS bis zum vierten Quartal 2026. Die operative Wende wäre dann endgültig eingeläutet.