Totgesagte leben länger: Wasserstoff-Pionier Plug Power liefert operative Zahlen, die dem Unternehmen vor einem Jahr kaum jemand zugetraut hätte. Im ersten Quartal 2026 kletterte der Umsatz um stolze 22 %. Noch beeindruckender ist der Sprung bei der Bruttomarge, die von desaströsen -55 % auf deutlich erträglichere -13 % kletterte. Gleichzeitig halbiert sich der berüchtigte Cashverbrauch. Das harte Sparprogramm „Project Quantum Leap“ zeigt mit gestrafften Abläufen endlich messbare Wirkung. Durch den geschickten Verkauf von Steuergutschriften flossen zudem rund 39 Millionen US-Dollar in die Kassen – ganz ohne Verwässerung durch neue Aktien.

Elektrolyseur-Boom und das große EBITDA-Ziel

Besonders das Elektrolyseur-Geschäft erweist sich als massiver Wachstumstreiber und verzeichnete ein phänomenales Umsatzplus von 345 %. Die weltweite Projektpipeline ist mittlerweile auf über 8 Milliarden US-Dollar angewachsen, gestützt durch Großaufträge in Großbritannien und Kanada. Das große Etappenziel des Managements bleibt ein positives EBITDA im vierten Quartal 2026. Gelingt dieser Meilenstein, wäre das nach Jahren verschobener Zusagen der endgültige Vertrauensbeweis für den Markt. Trotz auslaufender US-Steuervorteile bleibt der globale Hunger nach grünem Wasserstoff intakt. Bis 2035 soll dieser Markt auf gigantische 380 Milliarden US-Dollar anschwellen.

Charttechnik: Gesunde Verschnaufpause am 200er-Schnitt

Nach der kräftigen Rally der vergangenen Monate legt die Aktie eine völlig gesunde Konsolidierung ein. Der Kurs nähert sich aktuell der wichtigen Unterstützungszone zwischen 2,10 und 2,20 Euro, wo auch die markante 200-Tage-Linie (SMA) verläuft. Gelingt in diesem Bereich eine nachhaltige Stabilisierung, ist das Fundament nach Ansicht von Charttechnikern für eine neue Aufwärtsbewegung gelegt. Das Kursziel läge dann wieder im Bereich von 3,50 bis 4,00 Euro. Ein Rutsch unter 2,10 Euro könnte dagegen zu einem schnellen Test der psychologisch wichtigen 2-Euro-Marke führen.