Einen weiteren schwachen Tag erlebt am Donnerstag die Plug Power mit dem Kurs unterhalb der Marke von 2 Euro. Der Kurs gibt um rund 0,3 % auf 1,78 Euro nach. Am Mittwoch hatte das Papier noch bei gut 1,79 Euro notiert. Formal befindet sich die Aktie damit weiterhin im Abwärtstrend. Bis zur Marke von 2 Euro fehlen vom aktuellen Niveau aus noch gut 10 %. Auf Vierwochensicht steht ein Minus von 7,4 %, die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 49 %.

Neue Unternehmensmeldungen, die dem Kurs derzeit zusätzliche Impulse geben könnten, sind rar. Für Aufmerksamkeit hatte vor kurzer Zeit ein Großprojekt in Usbekistan gesorgt. Das Auftragsvolumen wird mit 6,1 Milliarden Dollar angegeben, Plug Power könnte daran beteiligt sein. Ob und in welchem Umfang daraus tatsächlich Geschäft für den Wasserstoffkonzern entsteht, ist bislang nicht geklärt. Damit bleiben zunächst die jüngsten Geschäftszahlen die wichtigste Grundlage für die operative Einordnung. Plug Power steigerte im ersten Halbjahr 2026 den Umsatz um 11 % auf 341,8 Millionen Dollar. Der Nettoverlust erreichte im selben Zeitraum allerdings 433,5 Millionen Dollar. Er lag damit rund 92 Millionen Dollar über den gesamten Halbjahreserlösen.

Im zweiten Quartal setzte Plug Power 178,3 Millionen Dollar um und übertraf damit die Markterwartungen. Der bereinigte Verlust je Aktie belief sich auf 0,07 Dollar. Das Management hob nach den Zahlen seine Prognose für das Gesamtjahr an und erwartet nun ein Umsatzwachstum von bis zu 16 %. Die weiterhin hohen Verluste rücken zugleich die verfügbaren Finanzmittel in den Blick. Zwar verbraucht Plug Power weniger liquide Mittel als zu Jahresbeginn, der vorhandene Cash-Puffer reicht jedoch weiterhin für weniger als zwölf Monate. Bleiben die Verluste hoch, entsteht daraus weiterer Finanzierungsbedarf.

Kapital von außen soll kommen

Einen Teil dieses Bedarfs will das Unternehmen mit zusätzlichen Mittelzuflüssen decken. Vereinbarungen mit Stream US Data Centers könnten kurzfristig mehr als 80 Millionen Dollar einbringen. Insgesamt sollen verschiedene Maßnahmen mehr als 275 Millionen Dollar mobilisieren und die Finanzbasis stärken. Wie lange das zusätzliche Kapital reicht, hängt auch von der weiteren Entwicklung des Mittelabflusses ab.

Für die künftige Umsatzentwicklung spielt zudem das Projektgeschäft eine Rolle. Mit Elektrolyseuren erzielte Plug Power im ersten Halbjahr 54,1 Millionen Dollar Umsatz. Neue Vorhaben umfassen 50 Megawatt in Australien und weitere 30 Megawatt in Großbritannien. Gleichzeitig wurde das geplante 100-Megawatt-Projekt in Antwerpen gestrichen.

Die Größenordnungen zeigen die Veränderungen innerhalb der Projektpipeline. Den insgesamt 80 Megawatt der beiden neuen Projekte steht der Wegfall eines Vorhabens mit 100 Megawatt gegenüber. Für die künftigen Erlöse kommt es daher neben neuen Aufträgen auf deren Volumen und tatsächliche Umsetzung an.

Für das Wasserstoffgeschäft bleiben außerdem die staatlichen Steuergutschriften in den USA relevant. Eine zeitnahe Umsetzung könnte zusätzliche Nachfrage nach Wasserstofftechnologien unterstützen. Verzögerungen würden diese Unterstützung später wirksam werden lassen, während Plug Power weiterhin liquide Mittel verbraucht.

Groß ist die Spannweite bei den Analystenschätzungen. HC Wainwright nennt ein Kursziel von 7,00 Dollar, Roth Capital und UBS jeweils 5,00 Dollar. Susquehanna kommt auf 2,50 Dollar, während andere Einschätzungen bis auf 1,30 Dollar reichen. Im Durchschnitt liegen die zwölfmonatigen Kursziele führender Analysehäuser bei 3,55 Dollar und damit oberhalb der aktuellen Notierung.

Neue Anhaltspunkte werden die kommenden Quartalszahlen liefern. Dabei stehen vor allem Umsatz, Mittelabfluss und zusätzliche Finanzierung im Blick. Plug Power plant, steigende Erlöse mit einem geringeren Kapitalverbrauch zu verbinden.