Plug Power konnte nach einem Minus von 2,3 % am Montag am Dienstag wieder etwas aufsatteln. Mit lediglich 1,78 Euro bleibt die Aktie allerdings im formalen Abwärtstrend. Neue Impulse haben die Amerikaner derzeit kaum geliefert. Innerhalb der vergangenen vier Wochen hat der Titel 7,4 % verloren. Kaum ein Punkt verdeutlicht die Unsicherheit bei Plug Power stärker als die enorme Streuung der Analystenziele. HC Wainwright sieht mit 7,00 Dollar das höchste Kursziel, Roth Capital und UBS kommen jeweils auf 5,00 Dollar. Deutlich vorsichtiger ist Susquehanna mit einem auf 2,50 Dollar reduzierten Ziel. Oppenheimer stuft die Aktie mit „Market Perform“ ein, Morgan Stanley hält trotz einer kleinen Kurszieländerung an „Underweight“ fest. Analysten lassen sich von der schwachen Kursentwicklung damit teilweise nicht bremsen.
Plug Power: Wachstumsmarkt – doch hilft das weiter?
Die unterschiedlichen Bewertungen beruhen vor allem auf den Annahmen zur künftigen Kostenentwicklung. Plug Power ist in einem Wasserstoffmarkt mit langfristigem Wachstumspotenzial tätig, benötigt für die Expansion aber weiterhin erhebliche finanzielle Mittel. Bereits kleine Abweichungen bei Bruttomarge, Kostenentwicklung und Kapitalbedarf verändern deshalb die Bewertung erheblich.
Besonders der Cashverbrauch spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein weiterer Rückgang des Mittelabflusses würde Plug Power zusätzliche Zeit für die operative Verbesserung verschaffen. Bleiben Verluste und Finanzierungsbedarf hoch, könnten weitere Finanzierungsmaßnahmen erforderlich werden. Kapitalerhöhungen würden das Risiko einer Verwässerung bestehender Beteiligungen erhöhen.
Die Bruttomarge ist ein weiterer wichtiger Bewertungsfaktor. Plug Power muss nach Abzug der direkten Kosten einen größeren Anteil des Umsatzes behalten, damit das Umsatzwachstum tatsächlich zu einer besseren Ertragslage führt. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte das Unternehmen 341,8 Mio. Dollar Umsatz und damit 11 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Dem stand ein Nettoverlust von 433,5 Mio. Dollar gegenüber.
Auch bei der operativen Pipeline gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Projekten. Der Elektrolyseurumsatz erreichte im ersten Halbjahr 54,1 Mio. Dollar. Ein 50-Megawatt-Projekt in Australien und ein 30-Megawatt-Auftrag in Großbritannien bringen neue Volumina. Das 100-Megawatt-Projekt in Antwerpen wurde vollständig gestrichen. Die Größe einzelner Projekte kann damit erheblichen Einfluss auf die erwarteten Umsätze haben.
Die Kursziele reichen von 7,00 Dollar bei HC Wainwright über jeweils 5,00 Dollar bei Roth Capital und UBS bis zu 2,50 Dollar bei Susquehanna. Als besonders vorsichtige Zielmarke stehen zudem 1,65 Dollar im Raum. Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Kursziel liegen damit mehr als 5 Dollar je Aktie.
Ein weiterer Bewertungsfaktor bleibt die Kapitalbasis. Zusätzliche Mittelaufnahmen könnten bei anhaltend hohen Verlusten notwendig werden. Ein dauerhaft sinkender Cashverbrauch würde die finanzielle Reichweite verlängern. Diese beiden möglichen Entwicklungen bilden den Kern der unterschiedlichen Analystenszenarien.
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