POET Technologies startet in die Woche mit gleich drei offenen Fronten: einer anstehenden Hauptversammlung, einer laufenden Sammelklage und einem frisch gefüllten Kriegskasse von 400 Millionen US-Dollar. Die Aktie schloss am Freitag bei 14,59 US-Dollar — weit unter dem Hoch von 20,81 Dollar, das sie Mitte Mai noch erreicht hatte.
Hauptversammlung: Steuerstatus auf dem Spiel
Das wichtigste Ereignis der kommenden Wochen ist die Jahres- und Sonderhauptversammlung am 26. Juni 2026. Auf der Tagesordnung steht ein Beschluss mit direkten Steuerfolgen für US-Aktionäre: Der Vorstand will das Unternehmen in die USA verlegen und damit den Status als ausländische Gesellschaft aufgeben.
Der Hintergrund ist heikel. POET geht davon aus, für das Geschäftsjahr 2025 als sogenannte Passive Foreign Investment Company (PFIC) eingestuft zu werden — ein Status, der für US-Anleger erhebliche steuerliche Nachteile mit sich bringt. Eine rechtzeitige QEF-Wahl kann diese Folgen für 2025 abmildern. Eine erfolgreiche Verlegung des Firmensitzes würde das PFIC-Risiko für künftige Jahre vollständig beseitigen.
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Sammelklage: Frist läuft am 29. Juni ab
Drei Tage nach der Hauptversammlung endet die Frist zur Anmeldung als Lead Plaintiff in einer Sammelklage gegen POET. Die Klage richtet sich gegen Investoren, die zwischen dem 1. April und dem 27. April 2026 Aktien erworben haben, und wirft dem Unternehmen sowie CEO Suresh Venkatesan und CFO Thomas Mika irreführende Aussagen zu Geschäftsentwicklung und finanzieller Lage vor.
Auslöser des Kurssturzes war eine Kündigung durch Marvell. Der Halbleiterkonzern stornierte am 23. April sämtliche Bestellungen und begründete dies mit angeblichen Verstößen gegen Vertraulichkeitspflichten. Die Aktie brach daraufhin um 47 Prozent auf 7,95 Dollar ein — ein Tagesverlust von 7,15 Dollar je Anteilsschein.
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400-Millionen-Kapitalerhöhung als Gegengewicht
Gegen diese rechtlichen und steuerlichen Belastungen setzt das Management auf operative Expansion. POET schloss kürzlich eine Kapitalerhöhung über 400 Millionen US-Dollar ab — 19 Millionen neue Aktien plus ebenso viele Warrants. Das frische Kapital soll in den Ausbau der Fertigungskapazitäten, gezielte Übernahmen und die Skalierung des Lichtquellen-Geschäfts fließen.
Parallel dazu unterzeichnete POET einen mehrjährigen Entwicklungs- und Liefervertrag mit Lumilens, der eine Erstbestellung von 50 Millionen Dollar umfasst und Folgekäufe von bis zu 500 Millionen Dollar vorsieht. Die zugehörigen Neunjahres-Warrants sind an Ausgabemeilensteine von Lumilens geknüpft — POET bindet damit Eigenkapitalanreize direkt an den Hochlauf seiner KI-Photonik-Pipeline. Bis 2027 plant das Unternehmen, seine Kapazitäten in der Waferproduktion und der optischen Montage jeweils etwa zu verzehnfachen.
Die nächsten Quartalszahlen stehen erst am 19. August an. Bis dahin entscheidet sich, ob POET die Lumilens-Meilensteine einhält, den Redomizilierungsbeschluss durchbringt und das Vertrauen der Investoren trotz laufender Klage und PFIC-Unsicherheit aufrechterhalten kann.
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