POET Technologies startet in eine heikle Woche. Die Aktie holt vorbörslich einen Teil des jüngsten Einbruchs zurück, während gleich mehrere Themen auf die Stimmung drücken: schwache Quartalszahlen, eine große Kapitalerhöhung und ein neuer Shortseller-Bericht. Obendrein schauen Trader auf Nvidia, obwohl es keine direkte Geschäftsbeziehung gibt.
Erholung nach hartem Rückschlag
Am Freitag war die POET-Aktie um 22,4 Prozent gefallen, nachdem sie am Vortag noch 43 Prozent zugelegt hatte. Am Montagmorgen ging es im vorbörslichen Handel um rund 11 Prozent nach oben. Das wirkt wie eine Gegenbewegung, nicht wie Entwarnung.
Der Nvidia-Faktor bleibt ungewöhnlich. Frühere Hinweise des Chipriesen auf Photonik-Technologien hatten POET bereits kräftig bewegt. Zuletzt lag die Aktie bei 20,57 Dollar und damit nur knapp unter ihrem jüngsten Hoch.
Zahlen enttäuschen klar
Fundamental liefert das erste Quartal wenig Rückenwind. POET meldete einen Nettoverlust von 12,3 Millionen Dollar, der bereinigte Verlust je Aktie lag bei 0,08 Dollar. Erwartet worden war ein Minus von 0,05 Dollar je Aktie.
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Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 6,3 Millionen Dollar erzielt. Der Umsatz stieg zwar auf 503.389 Dollar, blieb aber deutlich unter der Konsensschätzung von 2,2 Millionen Dollar. Das ist der Kern des Problems: Die Fantasie rund um Photonik ist groß, die Erlöse sind noch sehr klein.
Die Forschungsausgaben blieben mit 4,5 Millionen Dollar auf hohem Niveau. Der operative Mittelabfluss lag bei 8,8 Millionen Dollar und damit fast unverändert zum Vorjahr. POET investiert weiter, bevor das Geschäftsmodell nennenswert skaliert.
Kapitalerhöhung trifft auf Skepsis
Zusätzlichen Druck brachte die angekündigte Finanzierung. POET plant eine Kapitalaufnahme von rund 400 Millionen Dollar. Verkauft werden sollen 19,05 Millionen Stammaktien sowie Optionsscheine für weitere 19,05 Millionen Aktien zu einem kombinierten Preis von 21 Dollar je Paket.
Der Ausübungspreis der Optionsscheine liegt bei 26,15 Dollar, die Laufzeit beträgt drei Jahre. Der Abschluss wird um den 18. Mai erwartet und steht unter den üblichen Bedingungen. Die Mittel sollen unter anderem in den Ausbau der Fertigung, Unternehmensentwicklung, mögliche Zukäufe und Forschung fließen.
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Das verbessert die finanzielle Reichweite deutlich. Es verwässert aber auch bestehende Aktionäre und fällt in eine Phase, in der der Markt mehr Belege für echte Nachfrage sehen will.
Ein Shortseller-Bericht verschärft diesen Punkt. Night Market Research erklärte eine Short-Position und verwies auf gestrichene Aufträge von Marvell Technology sowie Zweifel an einer Bestellung von Lumilens. Die Firma behauptete, sieben kontaktierte POET-Partner hätten Partnerschaften als „unbedeutend oder tot“ beschrieben. POET steht damit nicht nur finanziell, sondern auch kommerziell unter Beobachtung.
Die Bilanz ist durch frühere Finanzierungen dennoch deutlich stärker. Zum Quartalsende lagen Barmittel, liquide Mittel und kurzfristige Anlagen bei 429,1 Millionen Dollar; die gesamten Vermögenswerte betrugen 461,8 Millionen Dollar. Das Eigenkapital stieg auf 448,6 Millionen Dollar, nach 183,8 Millionen Dollar zum Jahresende.
Zum Wochenauftakt prallen damit zwei Kräfte aufeinander: viel frisches Kapital und viel Misstrauen. Die erwarteten Nvidia-Zahlen könnten den Photonik-Handel erneut bewegen, während POET selbst beweisen muss, dass aus Partnerschaften und Bestellungen belastbare Umsätze werden.
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