Eine Sammelklage erschüttert POET Technologies. Die Kanzlei Faruqi & Faruqi erinnert Anleger an eine wichtige Frist: Bis zum 29. Juni 2026 können sie die Führung der Klage beantragen. Im Zentrum steht die überraschende Stornierung aller Kaufaufträge eines wichtigen Kunden.

Der Fall dreht sich um Ereignisse im April. POET Technologies hatte alle Bestellungen von Celestial AI verloren. Das Unternehmen gehört inzwischen zu Marvell Semiconductor. Marvell kündigte die Aufträge am 23. April schriftlich – inklusive der Erstproduktionseinheiten, die POET erst im April 2023 angekündigt hatte.

Der Vorwurf: POET soll gegen Vertraulichkeitsvereinbarungen verstoßen haben. Das Unternehmen hatte Details zu den Aufträgen und Lieferterminen offengelegt. Die Folge: Am 27. April brach die Aktie im Intraday-Handel um über 45 Prozent ein. Ein massiver Vertrauensverlust.

Schwache Zahlen, milliardenschwere Finanzierung

POET Technologies entwickelt photonische Integrationslösungen für KI-Systeme und Hyperscale-Rechenzentren. Das erste Quartal 2026 fiel durchwachsen aus. Der Umsatz stieg auf 503.389 Dollar, ein Plus im Vergleich zu 166.760 Dollar im Vorjahr. Trotzdem blieb ein Nettoverlust von 12,3 Millionen Dollar oder acht Cent je Aktie.

Am 18. Mai sicherte sich das Unternehmen frisches Kapital. Eine Kapitalerhöhung brachte 400 Millionen Dollar von einem institutionellen Investor ein. Das Geld fließt in den Ausbau der Fertigung, Forschung und Entwicklung.

Hinzu kommt ein großer Auftrag von Lumilens: zunächst 50 Millionen Dollar, mit Potenzial auf über 500 Millionen Dollar innerhalb von fünf Jahren. POET erweitert parallel seine Produktionskapazitäten in Singapur und Malaysia.

Im Führungsteam gibt es Bewegung. Sandeep Kumar übernimmt den Posten des Chief Operating Officer. Langzeit-Finanzvorstand Thomas Mika kündigte seinen Ruhestand an.

Bis zum 29. Juni können betroffene Anleger die Führung der Sammelklage beantragen. Der Ausgang des Verfahrens bleibt offen.