Eine Drohnensichtung hat am Mittwochabend den Betrieb am Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg lahmgelegt. Nach der etwa 45-minütigen Unterbrechung des Flugverkehrs ermittelt nun die Brandenburger Polizei wegen des Verdachts auf einen gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr. Die Hintergründe des Vorfalls sind ungeklärt.
Flughafenmitarbeiter hatten das unbemannte Flugobjekt am Abend bemerkt. Daraufhin sperrte die Deutsche Flugsicherung nacheinander beide Start- und Landebahnen. Flugzeuge mussten umgeleitet werden, während am Boden zahlreiche Verbindungen verspätet starteten. Zwar suchte die Bundespolizei das Areal umgehend ab, fand die Drohne jedoch nicht. Kurz nach 21.00 Uhr gaben die Behörden die Pisten schließlich wieder frei.
Drohnenmeldungen am BER erreichen neuen Höchststand
Die Störung am Mittwochabend ist kein Einzelfall. An keinem deutschen Flughafen wurden im ersten Halbjahr 2026 so viele Drohnensichtungen gezählt wie am BER. Der Tower in Schönefeld registrierte in den ersten sechs Monaten 28 Flugobjekte. Das war ein Fall mehr als am Drehkreuz Frankfurt am Main, das mit 27 Sichtungen knapp dahinter lag.
Die Frequenz der Zwischenfälle hat deutlich angezogen. Im gesamten Vorjahr 2025 verzeichnete Berlin lediglich acht unbefugte Drohnenflüge. Im ersten Halbjahr 2026 musste der Flugbetrieb am BER dagegen schon in sieben Fällen vorübergehend gestoppt werden. Die Bundespolizei reagierte auf diese Entwicklung und installierte ein neues Detektionssystem, um Fluggeräte im Nahbereich schneller zu orten.
Sicherheitsdebatte um kritische Infrastruktur
Die wiederholten Vorfälle heizen die Debatte über Sicherheitslücken an deutschen Verkehrsknotenpunkten an. Wie real die Gefahren sind, zeigte ein schwerwiegender Zwischenfall am Flughafen Leipzig/Halle im August. Dort war eine mit Sprengstoff bestückte Drohne zwischen Frachtmaschinen entdeckt worden.
In jenem Fall ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen des Verdachts auf das versuchte Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion. Die Bundesregierung machte Russland für den Vorfall verantwortlich, was Moskau bestreitet. Ob beim aktuellen Ereignis am Hauptstadtflughafen Fahrlässigkeit oder gezielte Sabotage vorlag, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen der Landespolizei.


