Porsche will die Cayenne-Produktion vollständig aus dem slowakischen Bratislava nach Leipzig verlagern — alle drei Antriebsvarianten eingeschlossen. Der Plan ist ehrgeizig, hat aber einen Haken: Die Mitarbeiter im Werk Sachsen müssen dafür spürbare Lohnabstriche hinnehmen.
Auslastungsproblem treibt den Umbau
Hinter dem Vorhaben steckt ein strukturelles Problem. Weder das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen noch die Leipziger SUV-Fabrik sind auch nur annähernd ausgelastet. Porsche-Chef Oliver Leiters will mit der Verlagerung die Kapazitäten in Sachsen langfristig sichern — die niedrigeren Lohnkosten in der Slowakei müssen die deutschen Beschäftigten durch eigene Zugeständnisse ausgleichen.
Gesamtbetriebsratsvorsitzender Ibrahim Aslan bestätigte die laufenden Gespräche, betonte aber, dass noch „einige Themen offen“ seien. Wann und ob eine Einigung gelingt, entscheiden die nächsten Wochen.
Für Leipzig zeichnet sich in jedem Fall eine schwierige Übergangsphase ab. Bis neue Modelle anlaufen und eine etwaige Cayenne-Verlagerung greift, vergeht Zeit. Um die Durststrecke zu überbrücken, will Porsche bis August rund 200 Stellen über freiwillige Aufhebungsverträge abbauen. Außerdem sollen bis zu 400 Mitarbeiter zeitweise nach Wolfsburg abgeordnet werden — eine sogenannte „Drehscheibe“ in die VW-Zentrale. Bereits in den vergangenen Monaten ließ das Unternehmen Verträge mehrerer Hundert Zeitarbeiter auslaufen.
Stellenabbau auch in Zuffenhausen
Der Sparplan greift nicht nur in Leipzig. Am Stammsitz in Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum Weissach stehen Stellen in niedriger vierstelliger Zahl zur Disposition. Das Gesamtbild eines weitreichenden Konzernumbaus wird Leiters auf einem Kapitalmarkttag im Oktober vorstellen — mit Modellprogramm-Straffung, Entwicklungsrestrukturierung und stärkerer Synergienutzung mit dem Mutterkonzern Volkswagen.
Einen ersten Ausblick auf die Halbjahreszahlen gibt es bereits am 10. Juli: Dann hält Porsche seinen Pre-Close-Call für das erste Halbjahr 2026 — der erste offizielle Zahlentermin, bevor Leiters im Herbst die volle Neuausrichtung präsentiert.
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