Porsche stellt sich auf eine Zukunft mit dauerhaft kleineren Stückzahlen ein. Auf dem Kapitalmarkttag in Weissach präsentierte Konzernchef Michael Leiters die Strategie „Sportwagenschmiede ’35“. Der Kern: Die Gewinnschwelle soll auf unter 200.000 Fahrzeuge sinken. Im vergangenen Jahr lieferte der Hersteller noch 279.449 Autos aus.
Die Aktie zeigte sich am Morgen kaum bewegt und notierte bei rund 42,30 Euro.
„Value over Volume“
Leiters setzt auf Preis statt Menge. Der Anteil besonders teurer Modelle soll von rund einem Drittel auf fast die Hälfte steigen. Bis 2030 soll der Durchschnittspreis der teuersten 10.000 verkauften Autos von 270.000 auf 330.000 Euro klettern.
Dazu plant Porsche ein SUV oberhalb des Cayenne und einen Supersportwagen über dem 911er. Hinzu kommen vollelektrische 718-Modelle und ein neues SUV im B-Segment für 2028. Die Zahl der Modellvarianten soll um rund 20 Prozent sinken, der Umsatz mit Individualisierungsoptionen dagegen wachsen.
Der Schritt kommt nicht aus der Position der Stärke. Die Absätze in China brachen ein, die US-Zölle belasten, und die teure Verlängerung des Verbrennerangebots zehrte 2025 den Großteil des Gewinns auf. Das Ergebnis nach Steuern sank um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro. Die Umsatzrendite fiel auf 1,1 Prozent.
Kostenschnitt auf allen Ebenen
Leiters nennt das Senken der Kosten als aktuelle Priorität. Die Entwicklungskosten künftiger Baureihen sollen um bis zu 20 Prozent fallen, die Personalkosten in der Fertigung um bis zu 30 Prozent. Vertriebskosten sinken um 20 Prozent, die Materialeinzelkosten um rund zehn Prozent. Mehr Plattformteilung mit Audi soll zusätzlich helfen.
Auch die Organisation schrumpft. Managementpositionen sollen mittelfristig um 40 Prozent sinken. Rund 9.000 Stellen entfallen bis 2035 sozialverträglich, die Stammbelegschaft an den Standorten bleibt bis dahin gesichert. Im Sommer hatten sich Management und Arbeitnehmer auf ein Sparprogramm geeinigt, das betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2035 ausschließt.
Ambitionierte Margenziele
Mittelfristig peilt Porsche eine operative Umsatzrendite von 10 bis 15 Prozent an, dazu eine Netto-Cashflow-Marge im Automobilbereich von 10 bis 12 Prozent. Langfristig lauten die Ziele 15 und 12 Prozent. Der Abstand zur aktuellen Marge ist enorm. Marktbeobachter dürften deshalb vor allem prüfen, wie schnell die Einsparungen in den Zahlen ankommen.
Erste Hinweise liefert die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal am 27. Oktober 2026.
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