Primary Hydrogen, eigentlich auf natürlichen Wasserstoff spezialisiert, bohrt jetzt nach Seltenen Erden. Auf dem Projekt Wicheeda North in British Columbia laufen seit heute die ersten Bohrungen in der Geschichte des Konzessionsgebiets. Sie sollen klären, ob eine auffällige Bodenanomalie tatsächlich auf Mineralisierung im Gestein zurückgeht.
Was gebohrt wird
Geplant sind rund 1.500 Meter Diamantbohrungen in etwa sieben Löchern von jeweils rund 300 Metern Länge. Sie verlaufen nach Nordosten, quer zu einer nach Nordwesten streichenden Anomalie. Den Auftrag führt Radius Drilling aus, die Aufsicht liegt bei Tripoint Geological Services. CEO David Jackson rechnet mit einem Abschluss in etwa vier Wochen.
Die Bohrziele stützen sich auf 1.131 Bodenproben aus zwei Phasen sowie eine Flugmessung vom September. In der ersten Phase lagen 11 von 439 Proben über 300 ppm Seltenerdmetalle plus Yttrium, der Höchstwert betrug knapp 485 ppm.
In der zweiten Phase übertrafen 37 von 692 Proben diese Marke. Ein Ausreißer im östlichen Raster erreichte 932 ppm, der nächsthöchste Wert lag bei rund 460 ppm.
Das südwestliche Raster liefert 24 dieser 37 Treffer. Das Unternehmen prüft es als Ziel für ein späteres Bohrprogramm.
Hoffnung mit Vorbehalt
Primary deutet die Anomalie als möglichen, unter Gletschermaterial verborgenen Karbonatit. Das wäre dieselbe Mineralisierungsart wie in der Lagerstätte Wicheeda von Defense Metals, die rund fünf Kilometer südöstlich liegt. An dieser hält Primary keine Beteiligung. Gestützt wird die These dadurch, dass die Seltenerdwerte im Boden mit dem Thoriumgehalt steigen.
Das Unternehmen selbst zeichnet jedoch ein nüchternes Bild. Die Ergebnisse seien starke Ziele, aber nicht beweiskräftig. Alternativ könnte eine tonreiche Schicht im Wirtsgestein, durch Gletscher verlagertes Material oder eine Verwerfung dahinterstecken. Feuchte Proben lagen zudem 15 bis 20 Prozent höher als trockene. Karbonatit wurde an der Oberfläche bislang nicht gefunden, und eine Ressourcenschätzung existiert nicht.
Finanzierung und Ausblick
Das Programm wird vollständig aus dem vorhandenen Kassenbestand bezahlt, eine Kapitalmaßnahme steht dafür nicht an. Eine fünf Jahre gültige Genehmigung erlaubt Bohrungen an bis zu 70 Standorten. Primary besitzt eine Option auf 75 Prozent des Projekts.
Die Kernproben gehen zur Analyse an das Labor ALS in North Vancouver. Das Unternehmen will die Ergebnisse veröffentlichen, sobald sie vorliegen und ausgewertet sind. Erst sie zeigen, ob die Bohrlöcher Mineralisierung durchteufen, die weitere Ausgaben rechtfertigt.
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