Primary Hydrogen Corp. hat innerhalb weniger Tage zwei neue Explorationsgebiete gesichert. Nach den 72 Claims im Cumberland Basin in Nova Scotia kam am Montag das deutlich größere Seagull-North-Projekt in Nordwest-Ontario hinzu, das 313 zusammenhängende Claims mit rund 65 Quadratkilometern Fläche umfasst.

Anschluss an vielversprechendes Nachbargebiet

Die Fläche grenzt unmittelbar an das Seagull-Projekt von Rift Minerals Inc. und Anteros Metals Inc. an. Dort läuft bereits ein Bohrprogramm eines Joint Ventures, das auf natürlichen Wasserstoff und Helium abzielt.

Vor rund zwei Wochen hatte Anteros Metals dort eine Eilprobe mit einem Wasserstoffgehalt von 0,65 Prozent gemeldet – dieser Fund lieferte für Primary Hydrogen die Begründung, das angrenzende Gebiet abzustecken, ist selbst aber ein Ergebnis der Nachbarfirma, kein eigenes des Unternehmens.

Beim Projekt in Nova Scotia liegen die Dinge anders gelagert: Das Unternehmen stellte klar, dass auf der Northumberland-Liegenschaft bislang keine Bohrungen nach natürlichem Wasserstoff stattgefunden haben und dort auch kein Wasserstoffvorkommen dokumentiert ist. Die beiden Lizenzen mit insgesamt 1.166 Hektar sind also reines Explorationspotenzial ohne bestätigten Fund.

Strategie der Flächensicherung

Beide Meldungen fügen sich in ein Muster: Primary Hydrogen erweitert sein Portfolio an Explorationslizenzen in mehreren kanadischen Regionen gleichzeitig, offenbar um an aussichtsreichen geologischen Strukturen präsent zu sein, sobald sich Nachbarprojekte als fündig erweisen. Das vor rund zwei Wochen angekündigte, vollständig finanzierte und genehmigte Bohrprogramm bei Wicheeda North bleibt daneben der einzige Standort, an dem das Unternehmen selbst bereits konkrete Feldarbeiten in Aussicht gestellt hat.

Die Kursreaktion auf diese Ereigniskette fällt deutlich aus. Die Aktie legte am heutigen Freitag um 6,0 Prozent zu und markiert mit 1,42 Euro nahezu ihr Jahreshoch. Über die vergangenen 30 Tage hat sich der Kurs mehr als verdoppelt – ein Anstieg von 107 Prozent, der die Serie aus Personalentscheidung, Bohrankündigung und nun zwei zusätzlichen Flächensicherungen widerspiegelt.

Was Anleger einordnen sollten

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen bestätigten Funden und Explorationswetten. Der einzige belastbare Wasserstoffnachweis in der jüngsten Nachrichtenlage stammt von der Nachbarfirma Anteros Metals, nicht von Primary Hydrogen selbst.

Das Unternehmen positioniert sich mit den neuen Claims in Ontario geografisch an eine werthaltige Struktur, ohne bislang eigene Bohrergebnisse an dieser Stelle vorzuweisen. In Nova Scotia hat das Unternehmen selbst betont, dass dort noch keine Bohrungen stattfanden.

Für die weitere Kursentwicklung dürfte entscheidend sein, ob aus den nun gesicherten Flächen tatsächlich eigene Bohrprogramme mit belastbaren Ergebnissen werden – und ob das für Wicheeda North angekündigte Programm erste Daten liefert. Bis dahin bleibt die Bewertung stark von der Erwartungshaltung rund um die Nachbarfunde getrieben.