Prospect Capital liefert zum dritten Geschäftsquartal ein widersprüchliches Bild. Der operative Gewinn schlägt die Erwartungen deutlich. Parallel dazu schrumpfen jedoch die Zinseinnahmen und der innere Wert der Aktie.

Das Net Investment Income (NII) stieg auf 0,16 US-Dollar je Aktie. Analysten hatten lediglich mit 0,11 US-Dollar gerechnet. Dieser Gewinn-Sprung überdeckt jedoch eine operative Schwäche im Kerngeschäft der Business Development Company (BDC).

Sinkende Erträge belasten die Bilanz

Die Zinseinnahmen sanken auf 140,1 Millionen US-Dollar. Im Vorquartal lagen sie noch bei 149 Millionen US-Dollar. Der gesamte Anlageertrag blieb mit 150,1 Millionen US-Dollar hinter den Markterwartungen zurück.

Indes gab der Net Asset Value (NAV) auf 6,05 US-Dollar je Aktie nach. Im Dezember 2025 lag dieser Wert noch bei 6,21 US-Dollar. Dieser Rückgang des inneren Wertes signalisiert eine Abwertung des zugrunde liegenden Portfolios.

Fokus auf Nischen abseits von Tech

Prospect Capital verfolgt eine eigenwillige Strategie. Während die Branche im Schnitt 23 Prozent in Software-Firmen investiert, sind es hier nur 2,5 Prozent. Der Fokus liegt stattdessen auf besicherten Krediten und Immobilien.

Privatanleger schätzen vor allem die monatliche Dividende. Das Unternehmen zahlt seit über 150 Monaten in Folge aus. Dennoch notiert die Aktie bei 2,03 Euro rund 32 Prozent unter ihrem Jahreshoch.

Die Zinsmarge bleibt die kritische Kennzahl für die kommenden Monate. Sinkende Einnahmen bei gleichzeitigem NAV-Rückgang erhöhen den Druck auf das Management. Eine Stabilisierung der Erträge ist notwendig, um das Vertrauen in die langfristige Dividendenfähigkeit zurückzugewinnen.