Qiagen erweitert sein Automatisierungsportfolio um ein Gerät für den kleinen Maßstab. Das Unternehmen hat QIAmini vorgestellt, ein kompaktes System zur automatisierten Probenvorbereitung für Forschungslabore. Die Botschaft dahinter: Automatisierung soll nicht mehr nur großen Laboren mit hohem Probendurchsatz vorbehalten sein.

Kleines Gerät, große Zielgruppe

QIAmini richtet sich vor allem an akademische Labore, die kleinere Probenmengen verarbeiten und für die größere Automatisierungssysteme bislang unwirtschaftlich waren. Qiagen beziffert das adressierbare Marktpotenzial auf mehr als 100.000 mögliche Geräteplatzierungen weltweit. Das Tischgerät hat die Grundfläche eines Blatts Papier und verarbeitet bis zu acht Proben pro Durchlauf.

Bei der DNA- und RNA-Extraktion soll das System die manuelle Bearbeitungszeit im Vergleich zu Handarbeit um mehr als 80 Prozent reduzieren. Fünf spezialisierte Kits decken unterschiedliche Probentypen ab, von Gewebe und Zellen bis hin zu Wangenabstrichen, Vollblut, Körperflüssigkeiten und Stuhl. Die Anwendungsfelder reichen von klassischer PCR über digitale PCR bis zur Sequenzierung der nächsten Generation.

Dritter Neustart im Automatisierungsportfolio

QIAmini ist bereits das dritte neue Probenvorbereitungssystem, das Qiagen in diesem Jahr auf den Markt bringt. Zuvor kamen bereits QIAsprint Connect für hohen Probendurchsatz in der Forschung und QIAsymphony Connect für den mittleren Durchsatz in Forschungs- und klinischen Laboren hinzu. Damit deckt das Unternehmen nun die gesamte Bandbreite ab — von kleinen Forschungslaboren bis zur klinischen Hochdurchsatz-Testung.

Das Produkt ist ausdrücklich nur für Forschungszwecke gedacht, nicht für diagnostische Verfahren. Wer sich näher informieren möchte, kann sich für die für den 8. Oktober angekündigte Qrious Show registrieren, bei der QIAmini vorgestellt werden soll.

Die Produktoffensive fügt sich in eine Phase, in der Qiagen sein Portfolio systematisch ausbaut, um Laborkunden über alle Größenordnungen hinweg zu binden. Ob sich die avisierten 100.000 potenziellen Geräteplatzierungen tatsächlich in Bestellungen niederschlagen, dürfte sich erst in den kommenden Quartalsberichten zeigen.