Qualcomm hat die Woche mit einem Allzeithoch abgeschlossen. Der Kurs kletterte am Freitag um fast zwölf Prozent auf 205,35 Euro — und markierte damit gleichzeitig das 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von rund 39 Prozent zu Buche. Treiber ist nicht das klassische Smartphone-Geschäft, sondern ein struktureller Schwenk: Qualcomm will zurück in die Rechenzentren.
Hyperscaler-Deal als Wendepunkt
CEO Cristiano Amon bestätigte eine Partnerschaft mit einem namentlich nicht genannten Hyperscaler. Ziel ist die Entwicklung von maßgeschneiderter Siliziumlösung für Rechenzentren. Erste Lieferungen sollen im Dezemberquartal beginnen. Amon sprach von einer „multigenerationalen“ Zusammenarbeit — weitere Details verspricht er beim Investorentag im Juni.
Qualcomm greift dabei nicht Nvidias Trainings-GPUs an. Das Unternehmen zielt auf Inferenz-Workloads: ASIC-basierte KI-Beschleuniger mit niedrigerem Stromverbrauch als GPU-lastige Alternativen. Amon nannte drei Chip-Kategorien, die Qualcomm entwickelt: CPUs, Inferenz-Beschleuniger und kundenspezifische ASICs. Rückenwind liefert die Übernahme von Alphawave IP Group, die das hauseigene IP-Portfolio deutlich erweitert hat.
Der Markt, in den Qualcomm einsteigt, ist allerdings hart umkämpft. Broadcom, Arm, Google und Amazon sind dort bereits etabliert.
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Rekord im Automotive-Segment
Das abgelaufene Quartal lieferte solide Zahlen. Der Umsatz lag bei 10,6 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie bei 2,65 Dollar — beides über den Erwartungen. Besonders stark: das Automotive-Segment erzielte mit 1,3 Milliarden Dollar einen Quartalsumsatz-Rekord, ein Plus von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Qualcomm erwartet, das Geschäftsjahr 2026 mit einer Automotive-Laufrate von über 6 Milliarden Dollar abzuschließen.
Das IoT-Geschäft wuchs um neun Prozent. Das Handset-Segment hingegen schrumpfte um 13 Prozent — Speicherengpässe bei chinesischen Herstellern bremsten das Geschäft.
Analysten uneins, Upgrades überwiegen
Die Woche brachte eine Reihe von Analystenreaktionen. Ivan Feinseth von Tigress Financial Partners hob sein Kursziel auf 280 Dollar an und verwies auf das KI-Wachstum, das Automotive-Geschäft sowie ein neues Aktienrückkaufprogramm über 20 Milliarden Dollar. Louis Miscioscia von Daiwa stufte die Aktie von Neutral auf Outperform hoch und erhöhte sein Ziel von 140 auf 225 Dollar.
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Am anderen Ende steht Barclays-Analyst Thomas O’Malley mit einem Verkaufsvotum und einem Kursziel von 150 Dollar. Der Konsens bleibt skeptisch: 22 Analysten empfehlen das Papier zum Halten, nur elf zum Kaufen. Bären verweisen auf die Handset-Schwäche, die Abhängigkeit von China und das Risiko, dass Apple seine Modem-Entwicklung vollständig ins Haus holt.
Trübe Nahzeitprognose
Nicht alles passt ins bullishe Bild. Für das Juniquartal erwartet Qualcomm einen Umsatz von rund 9,6 Milliarden Dollar — sieben Prozent unter dem Vorjahreswert und unter den Konsensschätzungen. Das operative Ergebnis fiel im zweiten Quartal um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Drittquartalsprognose deutet auf weitere Schwäche hin.
MediaTek verschärft den Druck im Smartphone-Segment mit neuen KI-Funktionen. Das macht die Diversifizierung weg vom Handset-Geschäft umso dringlicher.
Beim Investorentag im Juni muss Qualcomm liefern: konkrete Zahlen zum Rechenzentrumsgeschäft, ein glaubwürdiger Fahrplan — und eine Antwort auf die Frage, ob die aktuelle Bewertung fundamental gedeckt ist oder auf Erwartungen beruht, die noch eingelöst werden müssen.
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