Red Cat greift nach einem österreichischen Motorenbauer. Das Drohnenunternehmen hat ein freiwilliges öffentliches Barangebot für alle ausstehenden Aktien von Steyr Motors angekündigt. Der Zukauf soll vor allem das Geschäft mit unbemannten Überwasserfahrzeugen stärken.
Das Angebot im Detail
Red Cat bietet 39,00 Euro je Steyr-Aktie in bar, abgewickelt über die Wiener Tochter SMOT Acquisition GmbH. Das entspricht einem Aufschlag von 28,9 Prozent auf den Schlusskurs vom 16. Oktober und 27,3 Prozent auf den 30-Tage-Durchschnittspreis. Der Gesamtwert liegt bei rund 204,8 Millionen Euro, umgerechnet etwa 230 Millionen Dollar.
Rückendeckung kommt vom Ankeraktionär: B&C Holding Österreich, die rund 15 Prozent der Anteile hält, hat unwiderruflich zugesagt, ihr Paket anzudienen. Steyr-Chef Julian Cassutti unterstützt die Offerte öffentlich. Er sieht darin eine Chance, die internationale Expansion zu beschleunigen und neue Märkte zu erschließen.
Die Gespräche sind nicht neu. Beide Seiten hatten sie im Juli 2026 abgebrochen, später nahmen sie diese wieder auf.
Strategie und Marktreaktion
Der Hintergrund liegt in Red Cats Sparte Blue Ops. Sie baut unbemannte Überwasserfahrzeuge, und dafür braucht es leistungsstarke Schiffsantriebe. Steyr Motors liefert genau diese Technik für militärische und zivile Einsätze. Red Cat würde damit eine Schlüsselkomponente ins eigene Haus holen.
Die Börse reagierte klar, aber unterschiedlich stark. Steyr-Papiere sprangen um mehr als 19 Prozent und notierten zuletzt bei 30,26 Euro, deutlich unter dem Angebotspreis. Dieser Abstand deutet darauf hin, dass der Markt noch Restrisiken einpreist.
Red Cat legte vorbörslich um 6,6 Prozent zu, gestützt von einem freundlichen Umfeld an der Nasdaq. Die Aktie bleibt trotzdem weit von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 18,78 Dollar entfernt; am Freitag schloss sie bei 4,72 Dollar.
Was als Nächstes ansteht
Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Halbjahr 2027 erwartet, die Ausführungs- und Regulierungsrisiken bleiben bis dahin bestehen. Kurzfristig steht am 22. Oktober die Vorlage der Steyr-Zahlen zum dritten Quartal an. Sie liefert dem Markt einen ersten frischen Blick auf das Unternehmen, das Red Cat übernehmen will.
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