Jetzt wird es ernst: Die Drogeriekette DM startet bereits am Dienstag mit dem Online-Versand rezeptfreier Medikamente aus Tschechien. Was lange angekündigt war, wird nun Realität – und die Redcare-Aktie reagiert prompt mit einem vorbörslichen Minus von 1,5 Prozent auf Tradegate.

Vom Höhenflug zum Sturzflug

Die Zahlen sind ernüchternd: Vor einem Jahr notierte die Aktie noch bei über 170 Euro, getrieben von der Fantasie rund um das E-Rezept. Seitdem hat sich der Kurs fast gedrittelt und pendelt nun um die 60-Euro-Marke. Die DM-Konkurrenz war dabei ein wesentlicher Belastungsfaktor – Monat für Monat lastete die Ungewissheit auf dem Titel.

„Die DM-Story ist bekannt, aber der tatsächliche Markteintritt könnte den Aktienkurs von Redcare unter Druck halten“, warnt ein Händler am Montagmorgen. Die Sorge ist berechtigt: Mit DM betritt ein Schwergewicht den Markt, das über massive Reichweite und ein etabliertes Kundennetz verfügt. DM-Chef Christoph Werner bestätigte gegenüber dem Handelsblatt den Start für diese Woche.

Nicht nur Redcare betroffen

Die Nervosität greift um sich. Auch der Schweizer Konkurrent DocMorris, dessen Aktien in Zürich gehandelt werden, steht unter Beobachtung. Der gesamte Online-Apothekenmarkt muss sich auf neue Kräfteverhältnisse einstellen.

Die kommenden Quartale werden zeigen, ob DM tatsächlich signifikante Marktanteile erobern kann – oder ob die etablierten Player ihre Position behaupten. Für Redcare-Anleger dürfte es eine spannende, wenn auch turbulente Zeit werden.