Der Panzergetriebehersteller Renk baut seine Marktposition konsequent aus und springt auf den Zukunftszug der autonomen Militärfahrzeuge auf. Gemeinsam mit dem finnischen Rüstungskonzern Patria präsentierte der etablierte Augsburger Zulieferer auf der Pariser Militärmesse Eurosatory ein innovatives UGV-Konzept. Die Abkürzung UGV steht für „Unmanned Ground Vehicle“ und bezeichnet unbemannte Landfahrzeuge, die auf dem modernen Schlachtfeld eine immer wichtigere Rolle einnehmen.

High-Tech-Architektur im Visier der Bundeswehr

Das neue Roboter-Fahrzeug basiert auf einer bewährten Plattform von Patria. Renk steuert hierbei weit mehr als nur das klassische Getriebe bei: Das Unternehmen liefert eine hochmoderne Drive-by-Wire-Architektur. Bei diesem System werden Lenkbewegungen sicher via Funk statt über mechanische Kabel übertragen. Lenk-, Brems- und Antriebsfunktionen verschmelzen in einer vollständig digital gesteuerten Struktur, die nach Angaben von Renk in weniger als zwei Jahren nach strengsten militärischen Standards entwickelt wurde.

Diese technologische Innovation kommt an der Börse hervorragend an. Die Renk-Aktie legte kräftig zu. Die langfristigen Aussichten für unbemannte Kriegsgeräte sind exzellent, da auch die Bundeswehr angekündigt hat, solche Systeme im Rahmen ihrer künftigen Strategie verstärkt einzusetzen. Neue Ausschreibungen dürften daher nicht lange auf sich warten lassen. Ein klarer Vorteil für das Konsortium: Partner Patria verfügt bereits über Großaufträge der Bundeswehr und gilt in Berlin als verlässlicher Partner.

Innovation statt Stillstand beim Rüstungs-Zulieferer

Mit diesem strategischen Vorstoß sendet das Renk-Management ein deutliches Signal an den Markt: Das Unternehmen ruht sich keineswegs auf den bisherigen Erfolgen aus. Bislang profitierte der Konzern in erster Linie als Zulieferer vom aktuellen Boom der Rüstungsindustrie – erst kürzlich lief das viertausendste Getriebe für den legendären Kampfpanzer Leopard 2 vom Band. Nun stellt sich Renk technologisch breiter auf, um an künftigen High-Tech-Entwicklungen noch intensiver zu partizipieren.