Renk hängt ähnlich wie Rheinmetall weiter durch. Auch am Dienstag startet die Aktie mit einem Abschlag von 1,1 % in den Handel und kommt auf nur 41,69 Euro. Über 30 Tage summiert sich der Kursverlust inzwischen auf 16 %.

Analysten dürften die Entwicklung mit Verwunderung verfolgen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei mehr als 66 Euro und damit erheblich über der aktuellen Notierung. Investoren haben sich allerdings teilweise zurückgezogen. Bei den Aktionären der Renk Group hat es zuletzt deutliche Veränderungen gegeben. FMR LLC und Fidelity Advisor Series VIII haben ihre Beteiligungen vollständig aufgelöst. Für den 9. August 2026 weisen die Stimmrechtsmitteilungen bei beiden US-Adressen jeweils null Stimmrechte und keine verbleibenden Finanzinstrumente aus. Zuvor hielten die beiden Fidelity-Einheiten noch 4,94 % beziehungsweise 3,23 %.

Große Investoren reagieren

Auch andere institutionelle Investoren haben ihre Positionen verändert. BlackRock reduzierte seinen Gesamtanteil Anfang September von 4,18 % auf 4,13 %. Davon entfielen 2,90 % auf Stimmrechte und 1,24 % auf Finanzinstrumente. Der Schritt fiel damit wesentlich kleiner aus als der vollständige Rückzug von FMR LLC und Fidelity Advisor Series VIII.

Die beiden Fidelity-Ausstiege erfolgten bei einem Unternehmen, das seit dem Börsengang stark von der Sonderkonjunktur im Verteidigungssektor profitiert hat. Ein vollständiger Verkauf kann verschiedene Gründe haben, darunter Portfolioumschichtungen, Rebalancing oder die Realisierung zuvor erzielter Kursgewinne. Aus den Stimmrechtsmitteilungen selbst lässt sich keine Begründung für die Transaktionen ableiten.

Das operative Geschäft lieferte im ersten Quartal 2026 mehrere konkrete Wachstumskennzahlen. Der Umsatz stieg um gut 4 % auf 283,61 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich von 0,01 Euro auf 0,15 Euro. Beim Auftragseingang erreichte Renk mit 582,3 Millionen Euro einen Rekordwert für ein erstes Quartal.

Der Auftragsbestand belief sich zu diesem Zeitpunkt auf 6,9 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT legte um 10 % zu, die bereinigte EBIT-Marge erreichte 15,0 %. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management weiterhin mehr als 1,5 Milliarden Euro Umsatz und ein bereinigtes EBIT zwischen 255 Millionen und 285 Millionen Euro.

Bei der Produktion von Panzergetrieben erhöht Renk ebenfalls die Kapazitäten. 2023 lag die Fertigung noch unter 600 Einheiten, 2024 wurden bereits mehr als 800 Stück hergestellt. Bis 2030 soll die jährliche Produktion auf mehr als 2.000 Getriebe steigen.

Eine zusätzliche Expansion ist mit David Brown Defence verbunden. Die geplante Übernahme soll Renk Zugang zu Marineprogrammen in Großbritannien, Kanada und Australien verschaffen. Der Vollzug der Transaktion ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.