Starke Auftragsbücher, neue Produkte und trotzdem fallende Kurse. Bei der Renk Group klaffen operatives Geschäft und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Das Management feiert in Paris den Einstieg in einen neuen Markt. Währenddessen wirft ein Index-Rauswurf dunkle Schatten auf die Aktie.
Angriff auf den Radpanzer-Markt
Ab heute zeigt sich Renk auf der Branchenmesse Eurosatory in Paris. Der Getriebe-Spezialist stellt dort ein neues unbemanntes Bodenfahrzeug vor. Dafür verbindet das Unternehmen eine Partner-Plattform mit eigener Antriebstechnik. Hinzu kommt das neue ESM-280-Getriebe. Das Ziel: Renk will den Markt für Radpanzer erobern. Bisher dominierten Getriebe für Kettenfahrzeuge das Geschäft. Dieser Schritt eröffnet völlig neue Absatzchancen.
Technischer Druck durch Index-Streichung
Indes drückt eine schlechte Nachricht auf die Stimmung. Am 22. Juni verlässt Renk den iSTOXX Europe Centenary Select 30 Index. Das hat keine operativen Gründe. Es handelt sich um einen rein technischen Vorgang. Dennoch zwingt der Rauswurf Indexfonds zum Verkauf der Papiere. Dieser Verkaufsdruck belastet den Aktienkurs spürbar.
Volatile Kursentwicklung
Fundamental steht der Konzern solide da. Das Management meldete im ersten Quartal Neuaufträge von über 582 Millionen Euro. Der gesamte Auftragsbestand klettert auf fast sieben Milliarden Euro. Die Börse ignoriert dieses Wachstum weitgehend.
Am Freitag schloss die Aktie bei 47,20 Euro. Seit Jahresbeginn verlor das Papier damit mehr als 14 Prozent. Der Kurs notiert aktuell rund 19 Prozent unter der 200-Tage-Linie. Ein klares Schwächesignal.
Anleger blicken nun auf die kommenden Wochen. Der Abgabedruck durch die Index-Änderung dürfte Ende Juni nachlassen. Danach rücken wieder die Fundamentaldaten in den Fokus. Am 6. August präsentiert Renk die offiziellen Halbjahreszahlen. Dann muss das Management seine bestätigten Jahresziele mit frischen Zahlen untermauern.
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