Bei Renk liegen derzeit mehr als 20 % zwischen Aktienkurs und GD100. Mit 37,46 Euro ist der Titel am Montag zudem wieder unter die Marke von 40 Euro gefallen. Das Minus von gut 8 % in einer Woche verschärft damit ein Chartbild, das schon vorher angeschlagen war.

Ausgerechnet in dieser Phase baut Renk seine Fertigung kräftig aus. Von weniger als 600 Panzergetrieben im Jahr 2023 soll die Kapazität bis 2030 auf mehr als 2.000 Stück jährlich steigen. Ende August meldete der Konzern zusätzliche Fertigungsmöglichkeiten in Rheine. Auch Augsburg wird ausgebaut.

Renk baut aus

Die Grundlage dafür sind hohe Bestellungen. Bereits Anfang August hatte Renk für das erste Halbjahr einen Auftragseingang von knapp 1,2 Milliarden Euro gemeldet, 29,7 % mehr als ein Jahr zuvor. Vehicle Mobility Solutions kam allein auf 970,4 Millionen Euro. Diese Zahlen sind inzwischen fast zwei Monate alt, zeigen aber, welche Mengen Renk in den kommenden Jahren abarbeiten muss. An der Börse beschäftigt Anleger deshalb zunehmend die Frage, wie schnell aus den zusätzlichen Kapazitäten tatsächlich Umsatz und Gewinn werden. Hohe Zinsen erschweren zugleich die Finanzierung großer staatlicher Beschaffungsprogramme. Verzögerungen bei Aufträgen wären für einen Konzern im starken Kapazitätsausbau besonders unangenehm.

Am 5. November gibt es dazu neue Zahlen. Für 2026 stehen bislang mehr als 1,5 Milliarden Euro Umsatz und 255 bis 285 Millionen Euro bereinigtes EBIT im Plan. Für 2027 werden 1,83 Milliarden Euro Umsatz und 191 Millionen Euro Nettogewinn erwartet. JPMorgan hat sein Kursziel inzwischen von 75 auf 62 Euro zurückgenommen, die Einstufung „Overweight“ aber bestätigt. Berenberg nennt 72 Euro, der Analystenkonsens gut 63 Euro, also gleichfalls erheblich höher.

Bis zu diesen Größenordnungen hat die Aktie einen weiten Weg. Näher liegt zunächst eine andere Aufgabe: Renk muss die verlorenen 40 Euro zurückholen und den inzwischen enormen Abstand zum GD100 wieder verkürzen.