Die RENK-Aktie hat am Freitag bei 40,58 Euro geschlossen und damit 0,88 % gewonnen. Die kurze Erholung ändert am schwächeren Gesamtbild wenig: Innerhalb von fünf Handelstagen verlor der Titel 4,01 %, seit Jahresbeginn beträgt das Minus 24,31 %. Die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr zeichnen ein deutlich freundlicheres Bild. Der Auftragseingang legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 29,7 % auf knapp 1,2 Milliarden Euro zu. Gleichzeitig erreichte RENK einen Umsatz von 637 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT stieg um 10 % auf 98 Millionen Euro, die bereinigte operative Marge verbesserte sich von 14,4 auf 15,4 %. Damit verdiente der Konzern mit seinem Geschäft profitabler als ein Jahr zuvor.
Auch im zweiten Quartal setzte sich die Entwicklung fort. Zwischen April und Juni erzielte RENK 354 Millionen Euro Umsatz und verbuchte Bestellungen über 613 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT erreichte 56 Millionen Euro. Besonders deutlich fiel die Verbesserung bei Vehicle Mobility Systems aus: Die bereinigte operative Marge stieg dort gegenüber dem Vorjahresquartal um 240 Basispunkte. Hinter dem Anstieg stehen unter anderem Skalierungseffekte und ein modulares Montagekonzept. RENK weitet gleichzeitig die Fertigung von Panzergetrieben aus, um die hohen Bestellungen abarbeiten zu können. Der Ausbau ist auf mehrere Jahre angelegt: Von weniger als 600 Panzergetrieben im Jahr 2023 soll die jährliche Produktion bis 2030 auf mehr als 2.000 Stück steigen.
Ziele für die RENK unverändert
Die Halbjahresentwicklung hat an den Zielen für 2026 nichts geändert. RENK erwartet weiterhin mehr als 1,5 Milliarden Euro Umsatz und ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro. Für Kontinuität an der Unternehmensspitze ist ebenfalls gesorgt: Der Vertrag von CEO Alexander Sagel wurde vorzeitig bis 2032 verlängert. Neue Wachstumschancen ergeben sich auch aus den jüngsten italienischen Beschaffungsplänen für Kampfpanzer. RENK könnte als Zulieferer davon profitieren und zusätzliches Geschäft im Aftermarket erhalten. Für diesen Bereich stehen langfristig deutlich höhere Umsätze im Raum: 1 Milliarde Euro bis 2030 und 2 Milliarden Euro bis 2035.
Die aktuellen Marktschätzungen gehen ebenfalls von weiterem Wachstum aus. Für 2026 werden 1,55 Milliarden Euro Umsatz und 135 Millionen Euro Nettogewinn erwartet. 2027 steigen die Werte auf 1,83 Milliarden beziehungsweise 191 Millionen Euro. Das erwartete KGV sinkt von 30 auf 21,3. Deutlich über dem Freitagsschluss liegen die Analystenziele. Im Durchschnitt werden rund 66 Euro genannt. Gegenüber 40,58 Euro entspricht das einem Abstand von knapp 63 %. Die Halbjahreszahlen liefern dazu steigende Bestellungen, ein höheres bereinigtes EBIT und eine von 14,4 auf 15,4 % verbesserte operative Marge.
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