RENK kommt auch am Donnerstag nicht aus dem Abwärtstrend. Die Aktie verliert weitere 1,18 % und fällt auf 37,01 Euro. Vor rund sechs Wochen wurden noch ungefähr 52 Euro gezahlt. Damit sind innerhalb kurzer Zeit rund 15 Euro Kurswert verschwunden.

Über zwölf Monate summiert sich das Minus inzwischen auf rund 59 %. Die Marktkapitalisierung ist auf etwa 3,7 Milliarden Euro gefallen. Das ist eine erschreckende Entwicklung. Dabei hat RENK selbst kaum Nachrichten geliefert, die einen solchen Absturz erklären würden. Die Jahresziele wurden bestätigt. Auch der hohe Auftragsbestand spricht nicht dafür, dass sich die wirtschaftliche Situation plötzlich derart verschlechtert hätte.

Unter Druck steht vielmehr die gesamte Rüstungsbranche. Zweifel am schnellen Aufbau zusätzlicher Kapazitäten spielen dabei eine Rolle. Steigende Zinsen verteuern zudem die Finanzierung. Auch die schwächere Cash Position im zweiten Quartal dürfte den Märkten nicht gefallen. Charttechnisch sieht es entsprechend düster aus. RENK steckt tief im Abwärtstrend. Allein zum GD100 fehlen rund 20 %.

RENK hat einfache Lücken im Chart. Die richtigen Analysten jedoch haben noch immer die steigenden Zahlen vor Augen

Die Analysten lassen sich davon bislang kaum beirren. JPMorgan hat das Kursziel zwar von 75 auf 62 Euro gesenkt. Andere Schätzungen reichen weiterhin auf mehr als 70 Euro. Im Durchschnitt werden häufig Kurse um 63 Euro genannt.

Damit bleibt die Differenz enorm. 37,01 Euro kostet die Aktie an der Börse. Die Analysten sehen RENK mehrheitlich erheblich höher. Dies ist ein Ergebnis der Zahlen, die auch zum 2. Quartal publiziert worden waren. RENK leidet derzeit offenbar stärker unter der Schwäche der gesamten Rüstungsbranche als unter eigenen wirtschaftlichen Problemen. Dreht sich die Stimmung für den Sektor, könnte die Aktie erheblichen Nachholbedarf haben.