Der Druck auf Rüstungsaktien ist zuletzt gestiegen, und Renk gehört zu den deutlich schwächeren Titeln. Am Freitag legte die Aktie zwar um rund 0,9 % auf etwa 40,6 Euro zu, auf Wochensicht verlor sie aber 3,7 %. Innerhalb eines Monats summierte sich das Minus auf rund 13 %. Der Abwärtstrend blieb damit bestehen.

Der Ausbau der Kapazitäten benötigt auch für die Renk noch Zeit

Neue Unternehmensnachrichten gab es zum Wochenschluss nicht. Bei Renk geht es vielmehr um die Frage, wie schnell die vorhandene Nachfrage tatsächlich in zusätzliche Produktion umgesetzt werden kann. Ende August hatte das Unternehmen einen Kapazitätsausbau am Standort Rheine angekündigt; auch in Augsburg sollen zusätzliche Kapazitäten entstehen. Der Ausbau benötigt jedoch Zeit.

Die Auftragslage liefert dafür eine solide Grundlage. Im ersten Halbjahr stieg der Auftragseingang der größten Sparte Vehicle Mobility Solutions um 42,6 % auf 970,4 Millionen Euro. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz lag dort bei 2,3. Hohe Bestellungen allein bedeuten allerdings noch keine entsprechend schnelle Umsatzsteigerung, solange zusätzliche Produktionskapazitäten erst aufgebaut werden müssen.

Auch die jüngsten Ergebniszahlen waren nicht durchgehend stark. Im zweiten Quartal erhöhte sich der Umsatz von 347,53 auf 353,59 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie halbierte sich gleichzeitig von 0,30 auf 0,15 Euro.

An der Börse liegen die Erwartungen dennoch erheblich über dem aktuellen Niveau. Analysten kommen im Durchschnitt auf Kursziele von mehr als 66 Euro. Von rund 40,6 Euro aus wären dafür mehr als 62 % Kursanstieg erforderlich. Morgan Stanley hatte die Beobachtung von Renk Anfang September mit „Equal-Weight“ und einem Kursziel von 50 Euro aufgenommen.

Damit bleibt neben neuen Aufträgen vor allem der Ausbau der Fertigung ein wichtiger operativer Punkt. Das betrifft nicht nur Renk: Im europäischen Rüstungssektor müssen für die hohen Bestellvolumina zusätzliche Produktionskapazitäten geschaffen werden. Wie schnell Renk diese Kapazitäten bereitstellen und die vorhandenen Aufträge abarbeiten kann, wird damit für die weitere Geschäftsentwicklung relevant.