Renk geht mit prall gefüllten Auftragsbüchern in die kommenden Jahre. Besonders auffällig ist dabei die Entwicklung bei Vehicle Mobility Solutions: Im ersten Halbjahr lag die Book-to-Bill-Rate bei 2,3. Der Bereich gewann damit wesentlich mehr neue Aufträge hinzu, als er im gleichen Zeitraum in Umsatz umsetzte. Diese operative Stärke bekam zuletzt auch an der Börse wieder mehr Gewicht. Nach der Hochstufung durch Goldman Sachs gewann die Renk-Aktie am Freitag 5,5 % und erreichte 42,39 Euro. Am Montag nun folgen kleinere Gewinnmitnahmen, die den Kurs auf annähernd 42 Euro drücken. Die Bewegung ist aber tatsächlich harmlos.

Darauf kann die Renk setzen

Der Auftragseingang bei Vehicle Mobility Solutions stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 42,6 % auf 970 Millionen Euro. Konzernweit summiert sich der Auftragsbestand inzwischen auf 7,4 Milliarden Euro. Mehr als 90 % des für 2026 vorgesehenen Umsatzes sind damit bereits abgedeckt.

Goldman Sachs hält den vorherigen Kursrückgang für zu weitgehend. Analyst Sam Burgess stufte Renk von Neutral auf Kaufen hoch und setzte das Kursziel auf 65 Euro. Zuvor hatte die Aktie innerhalb eines Monats etwa 16 % und über sechs Monate rund 27 % verloren.

Die Gewinnschätzungen sehen in den kommenden Jahren einen deutlichen Anstieg vor. Für 2026 werden 1,72 Euro je Aktie erwartet, bis 2029 soll der Wert auf 3,56 Euro steigen. Bei unverändertem Kurs würde das KGV dadurch von rund 24,7 auf ungefähr 12 sinken.

Auch die Dividende soll zulegen. Die Schätzungen beginnen bei 0,73 Euro und steigen in den folgenden Jahren auf 0,93 Euro und 1,19 Euro.

Renk verfügt damit bereits über einen großen Teil der Aufträge, die das geplante Wachstum tragen sollen. Bei einer Book-to-Bill-Rate von 2,3 wächst der Auftragseingang zudem schneller als die Umsatzrealisierung. Nun geht es vor allem darum, das hohe Volumen abzuarbeiten und die erwarteten Margen zu erzielen.