Replimune gerät gleich aus zwei Richtungen unter Druck. Die Biotech-Aktie profitiert zwar von der Nervosität rund um die FDA-Führung, gleichzeitig bleibt der eigene Regulierungsrückschlag aus dem Frühjahr schwer belastend.

Der Markt spekuliert darauf, dass ein personeller Umbruch bei der US-Behörde den Blick auf laufende Prüfungen verändert. Für Replimune hat das sofort Bedeutung. Die Aktie sprang nach dem Rücktritt des FDA-Chefs zeitweise um 22 Prozent.

Regulatorik statt neuer Daten

Auslöser der Hoffnungen ist der Führungswechsel bei der FDA. Nach dem Rücktritt des Kommissars verließen auch die Leiter der Bereiche CDER und CBER ihre Posten. Das nährt die Erwartung, dass sich die Tonlage bei laufenden Verfahren ändern könnte.

Für Replimune geht es um mehr als Stimmungsbilder. Das Unternehmen hatte im Frühjahr einen Complete Response Letter für RP1 in Kombination mit Nivolumab zur Behandlung von fortgeschrittenem Melanom erhalten. Genau dieser Bescheid hatte die Aktie Mitte April um rund 64 Prozent einbrechen lassen.

Zusätzlicher Druck durch Ermittlungen

Hinzu kommt jurischer Gegenwind. Die Kanzlei Pomerantz prüft, ob Replimune oder Vertreter des Unternehmens im Zusammenhang mit klinischen und regulatorischen Meilensteinen gegen Wertpapierrecht verstoßen haben könnten.

Das verschärft die Lage. Denn die Aktie reagiert nicht nur auf die Frage, ob die FDA ihre Haltung überdenkt. Sie muss auch mit dem Vertrauen der Investoren nach dem harten Kurssturz und der neuen Prüfung der öffentlichen Kommunikation umgehen.

Die nächsten Impulse dürften von der FDA kommen. Solange unklar bleibt, wie die neue Führung mit offenen Anträgen umgeht, dürfte Replimune ein Spielball zwischen Hoffnung auf Neubewertung und Skepsis wegen des April-Bescheids bleiben.