Aus Insektenfett könnte bald Waschmittel werden. Die REPLOID Deutschland GmbH, eine 100-prozentige Tochter der REPLOID Group, beteiligt sich am zweijährigen Forschungsprojekt „BioSurfZ“. Ziel ist eine biobasierte Alternative zu petrochemischen Tensiden, wie sie in Wasch-, Reinigungs- und Körperpflegeprodukten stecken.
Vom Reststoff zum Tensid
Im Kern geht es darum, ein im Labor entwickeltes biotechnologisches Herstellverfahren in den Pilotmaßstab zu überführen. Als Ausgangsstoffe dienen regionale Neben- und Reststoffe, die bislang kaum genutzt werden. Das soll die Abhängigkeit von petrochemischen Ressourcen verringern und die regionale Kreislaufwirtschaft stärken.
Der Markt für Tenside ist groß. Regulatorischer Druck und wachsendes Umweltbewusstsein erhöhen zudem die Nachfrage nach Alternativen.
REPLOID bringt seine Kernkompetenz ein: die industrielle Verwertung organischer Reststoffe mithilfe von Larven der Schwarzen Soldatenfliege. Das Unternehmen verfolgt parallel mehrere Forschungslinien rund um das gewonnene Insektenfett. Das unterstreicht den strategischen Stellenwert dieses Rohstoffs.
Konsortium und Förderung
Die Koordination liegt beim Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB. Dazu kommen die ALTATEC GmbH aus Leipzig sowie weitere assoziierte Partner. Das Konsortium deckt nach eigener Darstellung die gesamte Wertschöpfungskette ab, vom Reststoff bis zum fertigen Biotensid.
Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Es läuft im Programm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ und im Innovationsnetzwerk „BioZ“, das neue Produkte und Verfahren für Mitteldeutschland entwickeln soll. REPLOID ist dort mit Standorten in Leipzig und Pegau bereits verwurzelt.
Moritz Gold, Director R&D und IP, spricht von der Grundlage für ein „völlig neues Marktsegment für Biotenside auf Basis regionaler Kreislaufwirtschaft“.
Einordnung
Finanzielle Details nennt das Unternehmen nicht. Umsatz- oder Ergebniseffekte sind daher nicht bezifferbar, es handelt sich um ein Forschungsprojekt im Pilotstadium. Strategisch passt der Schritt zur vertikalen Integration: Die Gruppe vermarktet Larven, stellt eigenes Tierfutter her und erzeugt aus dem Insektenfrass organischen Premiumdünger. Biotenside würden einen weiteren Verwertungspfad eröffnen.
Die Gruppe ist seit Juli 2025 im Segment direct market plus der Wiener Börse notiert und beschäftigt mehr als 190 Mitarbeitende. Die Projektlaufzeit von zwei Jahren markiert den Rahmen, in dem sich zeigen muss, ob das Verfahren den Sprung vom Labor in den Pilotmaßstab schafft.
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