Rheinmetall und die Deutsche Telekom wollen gemeinsam Drohnen abwehren. Das klingt nach Aufbruch — und trifft doch auf eine Aktie, die seit Jahresbeginn mehr als ein Viertel ihres Werts verloren hat.
Mobilfunknetz als Abwehrschirm
Das Vorhaben befindet sich noch in einem frühen Stadium. Ziel ist es, feindliche Drohnen an kritischer Infrastruktur frühzeitig zu erkennen und zu stoppen — durch Störsignale, Abfangdrohnen oder Laser. Flugabwehrgeschütze sind nicht Teil des Konzepts.
Die Aufgabenteilung ist klar: Rheinmetall liefert Sensorik und Effektoren, die Telekom bringt ihre Netzkompetenz ein. Technisch bemerkenswert ist dabei ein Ansatz, den die Telekom gemeinsam mit der Bundeswehr-Universität Hamburg erforscht. Das Mobilfunknetz selbst soll als eine Art Radar dienen und Auffälligkeiten im Datenverkehr erfassen. Passive RF-Sensoren an Funkmasten senden dabei kein aktives Suchsignal aus — sie stören den Betrieb nicht.
JPMorgan dreht nach fast vier Jahren die Empfehlung
Das neue Projekt kann den Druck auf die Aktie nicht abfedern. JPMorgan-Analyst David Perry stufte Rheinmetall von „Overweight“ auf „Neutral“ ab — nach fast vier Jahren Kaufempfehlung. Das Kursziel fiel von 2.130 auf 1.500 Euro.
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Perrys Kernkritik: Rheinmetall verfehlt zu häufig die Erwartungen. In vier der vergangenen sechs Monate lag das Ergebnis unter dem Konsens. Perry sieht deshalb mehr Risiko für Gewinnabwärtskorrekturen als für positive Überraschungen. Hinzu kommt die Expansionsgeschwindigkeit. Seit Ende 2024 hat Rheinmetall mindestens zehn neue Joint Ventures und Partnerschaften angekündigt — in Bereichen wie Satelliten, Drohnen und Raketen. Perry wertet das als zusätzliches Risiko.
Der Kurs reagierte heftig. Am Freitag schloss die Aktie mehr als zehn Prozent tiefer. Aktuell notiert das Papier bei 1.178 Euro — auf dem 52-Wochen-Tief und rund 41 Prozent unter dem Hochpunkt von knapp 2.000 Euro aus dem September 2025.
Analysten uneinig, CEO kauft nach
Das Bild unter den Analysten ist gespalten. Bernstein-Analyst Adrien Rabier hält an „Outperform“ mit einem Kursziel von 2.050 Euro fest, mahnt aber: Rheinmetall müsse seinen Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro schneller in Wachstum überführen. Santander stufte die Aktie auf „Outperform“ mit Ziel 1.735 Euro hoch. Citi bleibt bei „Hold“ und verweist auf politische Risiken rund um Verteidigungsbudgets.
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Von 27 erfassten Analysten empfehlen 21 den Kauf der Aktie.
CEO Armin Papperger kaufte derweil persönlich nach — am 7. Mai zu 1.405 Euro und am 8. Mai zu rund 1.303 Euro je Aktie.
Das Management hält an der Jahresprognose fest: Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent und eine operative Marge von rund 19 Prozent. Rund 97 Prozent des Umsatzziels sind bereits durch Aufträge gedeckt. Ob der Markt das als ausreichend wertet, wird sich spätestens beim nächsten Quartalsbericht zeigen.
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