Der Rüstungskonzern Rheinmetall meldet zum Auftakt der neuen Handelswoche einen weiteren Vertriebserfolg. Ein internationaler Kunde hat Artilleriemunition im Kaliber 155 Millimeter bestellt. Das finanzielle Gesamtvolumen der Vereinbarung liegt nach Unternehmensangaben im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.
An der Börse sorgte die Mitteilung für eine leichte Aufhellung. Das Papier stieg heute im Handelsverlauf um 1,1 Prozent auf 1.004,20 Euro. Seit Jahresanfang steht bei dem DAX-Titel dennoch ein Minus von 35 Prozent zu Buche.
Die Fertigung der Geschosse ist nach Konzernangaben bereits angelaufen. Rheinmetall verbuchte den Auftrag, der eine niedrige fünfstellige Stückzahl umfasst, im dritten Quartal 2026. Die Auslieferung an den internationalen Auftraggeber ist für das Jahr 2027 vorgesehen.
Hoher Auftragsbestand stützt Jahresprognose
Der Neuauftrag stärkt ein ohnehin gut gefülltes Orderbuch. Im Halbjahresbericht bezifferte das Unternehmen seinen Auftragsbestand auf 80,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis belief sich in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 786 Millionen Euro.
Das Management verweist auf den anhaltenden Modernisierungsbedarf bei den westlichen Streitkräften. Um die vorliegenden Bestellungen termingerecht zu bewältigen, arbeiten die Fertigungskapazitäten an mehreren Standorten unter hoher Auslastung.
Für das Gesamtjahr 2026 strebt Rheinmetall eine operative Marge von rund 19 Prozent an. Diese Zielmarke schließt bereits eine Reduzierung der Umsatzerwartung um 300 Millionen Euro ein. Zu dieser Anpassung kam es, nachdem das Marineprojekt für die F126-Fregatte an TKMS vergeben worden war.
Geteilte Reaktionen im Analystenlager
Am Kapitalmarkt trafen die jüngsten Entwicklungen zuletzt auf ein geteiltes Echo. Am vergangenen Freitag senkte BNP Paribas das Kursziel für den Titel, hielt jedoch an der Einstufung Outperform fest. Bereits am vergangenen Donnerstag hatte JPMorgan die Aktie auf „Negative Catalyst Watch“ gesetzt, beließ die fundamentale Einstufung aber bei Neutral.
Andere Marktbeobachter heben dagegen die solide Visibilität durch die mehrjährigen Lieferverträge hervor. Mit dem jüngsten Auftragseingang untermauert Rheinmetall seine Position bei Großkalibermunition, während die verlässliche Abarbeitung der Bestände bis 2027 über den weiteren Kurstrend entscheiden dürfte.
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