Rheinmetall will hoch hinaus. Der Rüstungskonzern baut nicht mehr nur Panzer. Das Unternehmen greift jetzt nach den Sternen. Mit einem neuen Gemeinschaftsunternehmen sichert sich der Konzern eine Schlüsselrolle in der militärischen Weltraumaufklärung. Das Ziel: Deutschland soll im All unabhängig werden.
Strategische Allianz in Neuss
Am Mittwoch gab Rheinmetall die Gründung eines neuen Gemeinschaftsunternehmens bekannt. Der Konzern hält 60 Prozent der Anteile an der „Rheinmetall ICEYE Space Solutions GmbH“. Den Rest übernimmt der finnische Satellitenbetreiber ICEYE. Parallel dazu holt das Management deutsche NewSpace-Startups wie Reflex Aerospace ins Boot. Sie bündeln ihre Kräfte am Hauptsitz in Neuss.
Milliardenauftrag für Radarsatelliten
Im Fokus des Joint Ventures stehen spezielle Radarsatelliten. Diese sogenannte SAR-Technologie liefert hochauflösende Bilder. Wetter oder Tageszeit spielen dabei keine Rolle. Ein lukrativer Großauftrag liegt bereits vor. Das deutsche Verteidigungsministerium bestellte eine neue Satellitenkonstellation.
Das Projekt „SPOCK 1“ hat ein Volumen von rund 1,7 Milliarden Euro. Die Produktion startet im dritten Quartal 2026. CEO Armin Papperger treibt damit den Umbau zum umfassenden Technologiekonzern voran. Moderne Konflikte erfordern schnelle Daten und KI-gestützte Auswertung. Rheinmetall liefert dafür nun die komplette operative Architektur. Die Folge: eine stärkere Position im zukunftsträchtigen Markt für Verteidigungslösungen.
Aktie sucht den Boden
An der Börse spiegelt sich diese Aufbruchstimmung noch nicht wider. Die Rheinmetall-Aktie schloss am Donnerstag bei 1.232 Euro. Seit Jahresanfang steht ein Minus von gut 23 Prozent auf der Anzeigetafel.
Der Kurs notiert aktuell deutlich unter der langfristigen 200-Tage-Linie. Diese verläuft bei rund 1.607 Euro. Hält die Unterstützung über dem jüngsten Maitief von knapp 1.100 Euro, könnte die neue Weltraum-Fantasie für frische Impulse sorgen.
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