Rheinmetall greift im deutschen Schiffbau nach mehr. Nur wenige Monate nach der Integration der NVL-Werftengruppe hat der Konzern ein unverbindliches Übernahmeangebot für die German Naval Yards Kiel abgegeben. Eine Due-Diligence-Prüfung läuft — auf ihrer Basis soll ein bindendes Angebot folgen.
Der Schritt ist Teil einer klaren Strategie: CEO Armin Papperger will den maritimen Umsatz bis 2030 auf fünf Milliarden Euro steigern. Mit dem Kieler Angebot konkurriert Rheinmetall gegen Thyssenkrupp Marine Systems, das bereits im vergangenen Jahr Interesse an dem Überwasserschiffbauer der CMN Naval Group signalisiert hatte. Rund 400 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen direkt.
NVL läuft, F126 übernommen
Die NVL-Integration ist abgeschlossen. Zum 1. März 2026 gingen vier norddeutsche Werften — darunter Blohm+Voss in Hamburg und die Peene-Werft in Wolgast — in die neue Division Naval Systems über. Im ersten Monat erzielte die Division einen Umsatz von 77 Millionen Euro, getragen von laufenden Neubauprogrammen für die deutsche Marine und einen bulgarischen Auftraggeber.
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Parallel dazu hat Rheinmetall die Projektführung beim Fregatten-Programm F126 übernommen. Der bisherige Generalunternehmer Damen Naval hatte seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht entsprochen. Das Programm umfasst sechs Schiffe und wird auf rund zwölf Milliarden Euro geschätzt — Lieferungen sind laut Rheinmetall frühestens 2031 oder 2032 realistisch.
Starker Auftragsbestand, schwacher Kurs
Operativ steht Rheinmetall solide da. Der Auftragsbestand kletterte zum 31. März 2026 auf 73 Milliarden Euro, nach 56 Milliarden Euro im Vorjahr. Naval Systems steuert erstmals 5,5 Milliarden Euro bei. Die Jahresprognose — Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent, operative Marge von rund 19 Prozent — bleibt bestätigt. Ein schwaches erstes Quartal erklärt der Vorstand mit Verschiebungen ins zweite Quartal: LKW-Abnahmen und erhöhte Munitionslieferungen aus dem neuen Werk in Murcia sollen dann gebucht werden.
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An der Börse zählt das wenig. Die Aktie schloss am Freitag bei 1.207,20 Euro — ein neues 52-Wochen-Tief, rund 39 Prozent unter dem Jahreshoch von 1.995 Euro. Auf Wochensicht verlor der Kurs mehr als elf Prozent. JPMorgan hat die Bewertung auf „Neutral“ gesenkt und das Kursziel von 2.130 auf 1.500 Euro gekürzt. Analyst David Perry sieht bei den deutschen Verteidigungsausgaben zwar strukturellen Rückenwind, kurzfristig aber begrenzten Spielraum für die Aktie.
In der laufenden Woche richtet sich der Blick auf die Ergebnisse der GNYK-Due-Diligence sowie auf den angekündigten Ex-Dividende-Tag: Rheinmetall hat eine Bardividende von 11,50 Euro je Aktie für Mai 2026 vorgesehen.
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