AERIE-Plattform soll Ende 2026 demonstriert werden
Rheinmetall erweitert das Portfolio im Segment der bodengebundenen Luftverteidigung. Zusammen mit dem Partner Praetorian Aeronautics liefert Rheinmetall Defence Australia das containerisierte Abwehrsystem AERIE aus.
Die Einheit zur Bekämpfung unbemannter Fluggeräte basiert auf australischer Technologie und entstand innerhalb von zwölf Monaten als Prototyp. Das System bietet Platz für mehr als 20 Abfangflugkörper. Im vierten Quartal 2026 soll das Projekt in eine umfassende Demonstrationsphase für Operateure übergehen.
Für Rüstungsunternehmen gewinnt die Abwehr kleiner, unbemannter Flugobjekte rasant an Bedeutung, da diese moderne Gefechtsfelder zunehmend dominieren. Parallel zum Schutz vor Bedrohungen im tieferen Luftraum baut der Konzern seine weltraumgestützte Aufklärung aus.
Die Tochtergesellschaft Rheinmetall ICEYE Space Solutions meldete gestern, dass die Bundeswehr im Rahmen des Programms SPOCK-1 Zugriff auf spezialisierte SAR-Aufklärungssatelliten erhält. Deren Produktion läuft am Standort Neuss, nachdem das Unternehmen zusammen mit Argotec erst vor wenigen Tagen einen Überwachungssatelliten mit einer SpaceX-Rakete ins All gebracht hatte.
Ausbau der internationalen Standorte
Auch die globale Entwicklungs- und Produktionsinfrastruktur wächst weiter. Im norwegischen Skoppum eröffnete die Tochter Rheinmetall Nordic eine Liegenschaft mit 4.579 Quadratmetern Bruttogeschossfläche, um Entwicklungs- und Systemintegrationskapazitäten zu erweitern. Für die US-Streitkräfte sicherte sich American Rheinmetall zudem einen Auftrag im Volumen von 20,7 Millionen US-Dollar zur Fertigung und Modernisierung von Lafettensystemen.
Die anhaltende Auftragslage und der Ausbau der Fertigungskapazitäten treffen am Markt allerdings auf ein verändertes Sentiment. Während das Unternehmen sein Produktportfolio in Schlüsselbereichen verbreitert, reagierten Anleger im europäischen Verteidigungssektor zuletzt vorsichtiger. Branchenweite Gewinnmitnahmen sorgten gestern dafür, dass die Papiere trotz eines allgemein freundlichen Marktumfelds unter Druck gerieten.
Analysten blicken auf die Quartalszahlen
Im vorbörslichen Handel notiert die Aktie heute bei 949,20 Euro. Analyst Christoph Laskawi von Deutsche Bank Research bekräftigte gestern dennoch seine Einstufung mit „Buy“ und einem Kursziel von 1.800 Euro.
Vor der für den 5. November geplanten Vorlage der Quartalsergebnisse rechnet das Analysehaus mit weiterem kräftigem Erlöswachstum und verweist auf das Bundeswehr-Panzerprojekt „Arminius“, über das der Haushaltsausschuss Anfang Dezember beraten soll.
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